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23.05.2019 > Pressemitteilung

Lasst die Verbraucher entscheiden

Statement von Klaus Müller, Vorstand des vzbv, zum vorliegenden Entwurf des Max Rubner-Instituts (MRI) für ein Nährwertkennzeichnungssystem
Quelle: 
Gert Baumbach - vzbv

Das von Bundesernährungsministerin Julia Klöckner beauftragte Nährwertkennzeichnungssystem wurde jetzt vom MRI vorgelegt. Dieses und weitere Modelle müssen nun im Rahmen einer Verbraucherbefragung und einem Praxistest geprüft werden. Dazu Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv):

„Es ist höchste Zeit, dass Verbraucherinnen und Verbraucher am Supermarktregal auf einen Blick einordnen können, wie es um den Nährwert eines Lebensmittels steht. Dass auch Bundesernährungsministerin Julia Klöckner eine Kennzeichnung auf der Produktvorderseite unterstützt, begrüßen wir.

Das jetzt vorgestellte Modell des MRI erfüllt jedoch nicht die Anforderungen des vzbv an eine vereinfachte und verbraucherverständliche Kennzeichnung, da es sehr komplex ist und keine farbliche Orientierung bietet. Durch eine Vielzahl an Informationen und Symbolen ist es nicht intuitiv und auf den ersten Blick verständlich. Zudem arbeitet das Modell nicht mit unterschiedlichen Farben, die die Nährwertqualität von Lebensmitteln einfach und selbsterklärend bewerten.

Frankreich hat es vorgemacht: In einem Praxistest müssen jetzt auch die Verbraucher in Deutschland entscheiden können, welches Modell – das Nutri-Score-Label, das Modell der Lebensmittelwirtschaft oder des MRI – für sie am einfachsten verständlich ist. Zielgruppen mit besonderem Fehlernährungsrisiko sind dabei besonders wichtig. Alle Akteure sollten sich umgehend auf ein Testdesign verständigen. Die Tests sollten dabei wissenschaftlich hohe Standards erfüllen. Die Ergebnisse müssen vollständig und transparent vorgestellt werden.

Sinnvollerweise ist das Ergebnis ein europäisch einheitliches Kennzeichen, um nationale Alleingänge zu vermeiden, den europäischen Binnenmarkt zu stärken und den Verbrauchern die Orientierung zu vereinfachen.“

Hintergrund: Der vzbv unterstützt eine Europäische Bürgerinitiative, die die EU-weite Einführung des Nutri-Score-Modells fordert. Wer sich der Bürgerinitiative anschließen möchte, kann sich bis zum 8. Mai 2020 online unter www.pronutriscore.org eintragen.

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