Datum: 12.04.2021

Zucker- und Fettbomben werden auch weiterhin an Kinder vermarktet

Statement von Klaus Müller, Vorstand des vzbv, zur Veröffentlichung der neuen Verhaltensregeln für Lebensmittelwerbung der Werbewirtschaft

Klaus Müller, Vorstand vzbv

Quelle: Corinna Guthknecht - vzbv

Der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft hat seine Verhaltensregeln bei der an Kinder gerichteten Lebensmittelwerbung aktualisiert. Diese gelten ab dem 01.06.2021. Aus Sicht des vzbv führen die neuen minimalen Einschränkungen der Werbewirtschaft nicht dazu, die an Kinder gerichtete Vermarktung ungesunder Lebensmittel zu unterbinden. Daher fordert der vzbv die Bundesregierung auf, strengere gesetzliche Regeln auf den Weg zu bringen statt weiterhin auf freiwillige Selbstverpflichtungen zu setzen. Klaus Müller, Vorstand des vzbv, kommentiert:

Die neuen, freiwilligen Regeln des ZAW sind ein durchsichtiges Täuschungsmanöver. Der Verband, in dem sich die Werbewirtschaft, Lebensmittel-, Alkohol- und Tabakindustrie zusammengeschlossen hat, nimmt lediglich kosmetische Korrekturen vor, die Kinder und Jugendliche weiterhin nicht wirksam schützen werden.

Auch weiterhin will sich die Wirtschaft erlauben, ungesunde Lebensmittel mit einem hohen Zucker-, Fett- und Salzgehalt an Kinder zu vermarkten. Sie verspricht lediglich, dies nicht mehr in Kombination mit Gesundheitsversprechen zu tun. Unklar ist zudem, ab wann genau der Zucker-, Fett- und Salzgehalt so hoch ist, dass die neue Regel greift. Die Gestaltung von Verpackungen ist überhaupt nicht von den Regeln erfasst. Das ist ein Armutszeugnis.

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner darf nicht länger auf die Selbstregulierung der Lebensmittelindustrie setzen und muss den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Fehlernährung und Übergewicht endlich selbst in die Hand nehmen. Für das an Kinder gerichtete Lebensmittelmarketing braucht es strenge gesetzliche Regelungen. Das wünschen sich laut einer Umfrage des vzbv auch über 80 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher. Bund und Bundesländer müssen dringend tätig werden. An Kinder gerichtete Werbung und Verpackungsgestaltung bei Lebensmitteln sollte künftig nur noch zulässig sein, wenn die Lebensmittel den Anforderungen der Weltgesundheitsorganisation entsprechen.

 

Alles zum Thema: Gesunde Ernährung

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Zuckerwürfel  in der linken Hand, Orangensaft in der rechten Hand

Quelle: A. Kiro - AdobeStock

10.08.2021

Ökonomische Anreize für eine Zuckerreduktion bei Getränken setzen

Der Konsum zuckergesüßter Getränke ist nachweislich ein besonders relevanter Risikofaktor für die Entstehung von Übergewicht. Die Zuckerreduktion in dieser Produktgruppe ist deshalb besonders bedeutend, sie schreitet in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern wie Großbritannien aber zu langsam voran.
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Junge steht vor Kühlregal und schaut sich ein Produkt in seinen Händen an

Quelle: Pavel Losevsky - Adobe Stock

31.05.2021

Strenge Regeln für Zucker- und Fettbomben nötig

Lebensmittel mit Kinderoptik finden sich in praktisch jedem Supermarkt. Sie sind mit lustigen und mit bunten Bildchen, Tieren oder Comicfiguren geschmückt. Zwei Verbraucherbefragungen ergeben, dass die Mehrheit der Eltern und Großeltern solche Lebensmittel als manipulativ und gesundheitlich problematisch empfinden.
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Klaus Müller, Vorstand vzbv

Quelle: Corinna Guthknecht - vzbv

21.04.2021

Fortschritt im Schneckentempo reicht nicht

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft veröffentlicht die Ergebnisse des Produktmonitorings im Rahmen der Nationalen Reduktionsstrategie für weniger Zucker, Fett und Salz in Fertiglebensmitteln. Aus Sicht des vzbv reichen die freiwilligen Reduktionsmaßnahmen vor allem für den Bereich Lebensmittel mit Kinderoptik nicht aus. Klaus Müller, Vorstand des vzbv, kommentiert.
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Klaus Müller, Vorstand vzbv

Quelle: Corinna Guthknecht - vzbv

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Puhimec - AdobeStock

Quelle: puhimec - adobestock.de

17.02.2021

Strenge Regeln für Kinderlebensmittel überfällig

Freiwillige Selbstverpflichtungen der Wirtschaft tragen nicht dazu bei, Kinder wirksam vor dem Marketing für unausgewogene Lebensmittel zu schützen. Das ist das Fazit des vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) beauftragten Berichts „Lebensmittel mit Kinderoptik und deren Bewerbung“.

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Zuckerwürfel  in der linken Hand, Orangensaft in der rechten Hand

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supermarkt flaschen mehrweg pfand adobe stock jackf 232750104.jpeg

Quelle: Jackf - AdobeStock

31.03.2021

vzbv kritisiert Leitsatzentwurf zu Erfrischungsgetränken

Die Lebensmittelbuch-Kommission will den bisher beschriebenen Zuckergehalt für Limonaden weniger verbindlich festschreiben. Hersteller von Limonaden, deren Getränke etwas weniger Zucker enthalten als viele der marktüblichen Limonaden, wird nahegelegt, ihre Produkte beispielsweise mit „weniger süß“ zu kennzeichnen.

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cherryandbees - AdobeStock

Quelle: cherryandbees - AdobeStock

17.02.2021

Faktenblatt zum Marketing von Kinderlebensmitteln

Bunte Bildchen, Comics oder Sammelfguren: Viele Lebensmittel richten sich mit ihrer Aufmachung gezielt an Kinder. Zugesetzte Vitamine und Werbeslogans erwecken bei Eltern den Eindruck, die Lebensmittel seien speziell auf Ernährungsbedürfnisse von Kindern zugeschnitten. Dabei sind sie oft zu süß, zu salzig oder zu fettig.

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Puhimec - AdobeStock

Quelle: puhimec - adobestock.de

17.02.2021

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Urteile (2)
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04.05.2016

Werbung für mild gesalzene Maggi-Kindersuppen untersagt

Urteil vom 04.05.2016

Die Maggi GmbH darf nicht mehr mit der Aufschrift „Mild gesalzen“ für Kinder-Tütensuppen werben. Das hat das Oberlandesgericht Karlsruhe nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) entschieden. Der vzbv hatte die Werbung unter anderem kritisiert, weil sie den unzutreffenden Eindruck erwecke, die Suppe sei salzarm.

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alete-milch-minis.jpg

Quelle: Gert Baumbach - vzbv

14.03.2016

Unzulässige Gesundheitswerbung für Alete Kinderpudding

Urteil vom 14.03.2016

Das Landgericht Frankfurt am Main hat der Nestlé Nutrition GmbH Gesundheitswerbung für den Kinderpudding „Alete Milch Minis“ untersagt. Damit gaben die Richter einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands statt. Dieser hatte die Aussagen „Zink für starke Knochen & gesundes Wachstum“ und „Calcium für starke Knochen“ auf der Verpackung kritisiert.

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Videos & Grafiken (2)
Umfrageergebnisse zu Obegrenzwerten für Fett, Zucker und Salz für Kinderlebensmittel

Quelle: vzbv 2019

23.01.2020

Infografik: Gesündere Regeln für Kinderlebensmittel

Verbraucherinnen und Verbaucher befürworten mehrheitlich Obergrenzen für Zucker, Fett und Salz bei Lebensmitteln, die sich in Aufmachung und Gestaltung an Kinder richten.

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27.01.2012

Konsumfalle Kinderlebensmittel | Audiobeitrag

Ein bunter Joghurt, ein spezielles Müsli oder eine "kindgerechte" Wurst: Viele Produkte richten sich speziell an Kinder und Kleinkinder. Ob diese Lebensmittel auch tatsächlich für sie geeignet sind, wurde auf dem Verbraucherpolitischen Forum auf der IGW heiß diskutiert.

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Termine (1)
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Quelle: vzbv

23.01.2020

Einfach gesünder? Ernährungspolitik in Deutschland auf dem Prüfstand

Die Reduktionsstrategie der Bundesregierung soll unser Essen gesünder machen und im kommenden Jahr soll der Nutri-Score als erweiterte, freiwillige Nährwertkennzeichnung starten. Alles auf dem richtigen Wege also in der deutschen Ernährungspolitik? Darüber will der vzbv beim Verbraucherpolitischen Forum auf der Internationalen Grünen Woche 2020 diskutieren.

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