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12.09.2018 > Onlinemeldung

Staatliches Textilsiegel „Grüner Knopf“ gesetzlich regeln

Die Vielfalt der Label verwirrt Verbraucher eher als dass sie Orientierung gibt.
vzbv veröffentlicht Stellungnahme zur Einführung des geplanten Nachhaltigkeit-Labels
Quelle: 
Stanislaw - fotolia.com
  • Die Bundesregierung will ein staatliches Siegel für nachhaltig produzierte Textilien einführen: den Grünen Knopf.
  • Bisher ist kein gesetzlicher Mindeststandard vorgesehen, den Hersteller während der Produktion von Grüner-Knopf-Kleidung einhalten müssen.
  • Der vzbv fordert gesetzliche Mindestkriterien, um eine klare Differenzierung zwischen nachhaltiger und konventioneller Produktion am Markt zu gewährleisten.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert gesetzliche Mindeststandards für die Produktion von Kleidung mit dem geplanten Textil-Siegel „Grüner Knopf“. Ein staatliches Meta-Siegel müsse sich von bestehenden privaten Siegeln abheben. Glaubwürdigkeit und langfristiges Vertrauen von Verbraucherinnen und Verbrauchern in nachhaltige Textilproduktion dürfen nicht verspielt werden.

Notwendig sei darüber hinaus ein einheitliches Qualitätsniveau bei der Zertifizierung bestehender privater Textilsiegel, heißt es in der vzbv-Stellungnahme zum Umsetzungskonzept der Bundesregierung.

„Im Textilmarkt gibt es bisher keine gesetzlichen Regeln hinsichtlich nachhaltiger Produktion. Für ein staatliches Textilsiegel müssen zunächst gesetzliche Mindestkriterien für eine sozial und ökologisch verantwortungsvolle Produktion geschaffen werden“, sagt Ingmar Streese, Geschäftsbereichsleiter Verbraucherpolitik beim vzbv. Nur so kann konventionelle von nachhaltiger Produktion unterschieden werden und Werbeversprechen wie „fair produziert“ auf nachvollziehbare Weise rechtlich geschützt werden.

Entscheidend: ein zuverlässiges Kontrollsystem

Aus Sicht des vzbv ist das geplante Label eine Chance, nachhaltig produzierte Textilien eindeutig zu kennzeichnen. Entscheidend sei jedoch die Integrität und Zuverlässigkeit des Kontrollsystems, damit Verbraucher nicht in die Irre geführt würden.

Der vzbv kritisiert, dass der Grüne Knopf auf bestehenden privaten Siegeln basieren soll: „Eine Übernahme von Standards Dritter für ein staatliches Siegel ist aus Sicht des vzbv nicht ausreichend. Es bedarf gesetzlicher Regeln für die Marktüberwachung durch Dritte und deren Zertifizierungsstandards“, so Streese.

Hintergrund: Kleidung mit dem Grünen Knopf soll von 2019 an in den Geschäften hängen. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller hat angekündigt, mit dem Siegel könnten Verbraucher „zu 100 Prozent“ sicher sein, dass die Kleidung fair produziert wurde.

Die komplette Stellungnahme zum Umsetzungskonzept Grüner Knopf des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finden Sie im Download-Bereich.

Downloads

Grüner Knopf Umsetzungskonzept | Stellungnahme des vzbv | 5. September 2018
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