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Datum: 16.04.2024

vzbv-Studie: Fernwärmepreise bleiben auf hohem Niveau

Verbraucherzentrale Bundesverband fordert: Fernwärmemarkt muss endlich verbraucherfreundlicher werden

  • Aktuelle Untersuchung: Fernwärmepreise bleiben auf hohem Niveau
  • Preisvergleich für Verbraucher:innen nur schwer möglich: vzbv fordert verbraucherfreundliche Novellierung der Fernwärme-Verordnung
  • Verbesserte Preistransparenz: Wärmenetzregister und bundeseinheitliche Preisaufsicht müssen eingeführt werden

 

Heizung mit Geldscheinen

Quelle: abcmedia - AdobeStock.com

Die Fernwärmepreise bewegen sich auch im ersten Quartal 2024 auf hohem Niveau. Private Haushalte zahlen in einem typischen Mehrfamilienhaus im Median effektiv 17 Cent (große Wärmenetze) beziehungsweise 20 Cent pro Kilowattstunde (kleine Wärmenetze). Das hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) anhand einer Untersuchung von Preisdaten aus 31 Fernwärmenetzen ermittelt. Der Fernwärmesektor ist ein Monopolmarkt. Wie sich die Preise bilden, ist für Verbraucher:innen nur schwer nachvollziehbar.

„Der Fernwärmemarkt in Deutschland muss endlich verbraucherfreundlicher werden“, sagt Ramona Pop, Vorständin des vzbv. „Für Verbraucher:innen ist die Preisgestaltung im Fernwärmemarkt eine Blackbox. Verbraucher:innen erwarten faire Preise, und sie müssen Preisänderungen nachvollziehen können. Das muss die Bundesregierung sicherstellen und endlich eine verbraucherfreundliche Novellierung der Fernwärme-Verordnung angehen.“

Der vzbv erfasst seit Anfang 2023 fortlaufend die Fernwärmepreise in 31 Wärmenetzen. Die Auswertung der Daten im ersten Quartal 2024 zeigt erneut, wie unterschiedlich die Preise für Fernwärme je nach Netz sein können.

Verbesserte Preistransparenz: Wärmenetzregister und bundeseinheitliche Preisaufsicht müssen kommen

„Verbraucher:innen können nur schlecht einschätzen, ob der Wärmepreis in ihrem Netz eher hoch oder niedrig ist“, sagt Pop. „Es braucht daher ein deutschlandweites Wärmenetzregister und eine darauf aufbauende Wärmenetzkarte.“

Das aktuelle System, bei dem die bei den Versorgern entstehenden Kosten für Fernwärme über Marktindizes abgebildet werden, muss aus Sicht des vzbv grundlegend überarbeitet werden. Obwohl es sich bei Wärmenetzen um Monopole handelt, erfolgt hier nach wie vor keine systematische Kontrolle der Preise und der Preiszusammensetzung. Der vzbv fordert deshalb die Einführung einer bundeseinheitlichen Preisaufsicht durch eine unabhängige Stelle.

Methodischer Ansatz des Preismonitorings Fernwärme

Die Marktbeobachtung des vzbv erhebt seit Januar 2023 quartalsweise die Preisdaten von 31 Fernwärmenetzen aus ganz Deutschland. Für jedes Bundesland haben die Expert:innen des vzbv zwei Netze ausgewählt, darunter immer das größte Netz der einwohnerstärksten Stadt sowie – außer in Bremen – ein möglichst kleines Netz. Voraussetzung für die Auswahl war das Vorliegen der jeweils aktuellen Preisinformationen. Für den Preisvergleich wurden die Effektivpreise (Jahresgesamtpreis im Verhältnis zur Wärmeabnahme), inklusive Mehrwertsteuer, herangezogen. Angenommen wurde hierbei eine jährliche Wärmeabnahme in Höhe von 288 MWh für ein typisches Mehrfamilienhaus. Bereits bei der Auswertung im dritten Quartal 2023 hat der vzbv ermittelt, dass sich die Preise für Fernwärme in Deutschland regional deutlich unterscheiden.

vzbv klagt gegen Fernwärmeanbieter E.ON und HanseWerk Natur

Nach exorbitanten Preissteigerungen hat der vzbv Sammelklagen gegen die Fernwärmeanbieter E.ON und HanseWerk Natur eingereicht. Betroffene Verbraucher:innen können sich für beide Sammelklagen anmelden.

Weitere Informationen
Hinweis

Die Preisdaten werden derzeit überarbeitet.

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