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Datum: 22.12.2021

Pläne zur Gebäudesanierung: Politik muss Kurs halten

Umfrage zeigt: Verbraucher:innen unterstützen Pläne zu Gebäudesanierung und Wärmewende

  • 48 Prozent würden ein Eigenheim energetisch sanieren, wenn sich Investition nach 25 Jahren rechnet – nur 37 Prozent (eher) nicht.
  • 63 Prozent sagen: Ineffizienteste Gebäude müssen zuerst saniert werden.
  • Politik sollte nur noch klimaneutrale Heizsysteme fördern, sagen 46 Prozent.
Energetische Sanierung eines Dachstuhls

Quelle: Artursfoto - Adobe Stock

Angesichts des massiven Widerstands aus der Immobilienbranche fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) die EU und die neue Bundesregierung auf, bei ihren Klimaschutz-Plänen zur Gebäudesanierung Kurs zu halten. Der vzbv verweist dabei auf eine aktuelle repräsentative Umfrage im Auftrag der Verbraucherschützer, wonach eine Mehrheit Mindest-Effizienzstandards für die energetisch schlechtesten Gebäude als notwendig erachtet. Die energetische Gebäudemodernisierung ist die Grundlage zur kostenoptimalen Integration von erneuerbaren Heizungssystemen und damit der Schlüssel auf dem Weg zur Klimaneutralität. Damit dies gelinge, müsse die Bundesregierung unter anderem ihre Fördermittel aufstocken und verstetigen, fordert der vzbv.

„Klimaneutralität im Gebäudesektor ist nur erreichbar, wenn wir den Gebäudebestand ambitioniert energetisch modernisieren. Dafür ist die von der EU geplante Priorisierung genau richtig: Natürlich müssen alte und ineffiziente Gebäude zuerst saniert werden. Verbraucher:innen sehen die Notwendigkeit zu handeln. Die Politik sollte diese Chance nutzen und mit einer auskömmlichen Förderung die Eigentümer:innen zur Umsetzung befähigen und Mieter:innen vor sozialen Härten schützen“, sagt vzbv-Vorstand Klaus Müller.

Bereitschaft zu ambitionierter energetischer Modernisierung 

Die aktuellen Umfrageergebnisse zeigen den Willen der Verbraucher:innen zur Modernisierung eines Eigenheims gemäß höchster Standards, wenn sich die anfänglich hohen Investitionskosten nach 25 Jahren amortisieren: 48 Prozent der Verbraucher:innen wären dazu bereit, wenn sie ein Eigenheim besäßen. Dieses Signal muss die neue Bundesregierung aus vzbv-Sicht aufnehmen und die Fördermittel bedarfsgerecht aufstocken und langfristig verstetigen. Auch der Zugang zu Information und Beratung muss verbessert und durch tragfähige Konzepte zur Bereitstellung der nötigen Fachkräfte ergänzt werden.

Die energetisch schlechtesten Gebäude zuerst sanieren

Laut Umfrage sehen 63 Prozent der Befragten (in jedem Fall bzw. eher) die Notwendigkeit, dass für die energetisch schlechtesten Gebäude zukünftig Mindest-Effizienzstandards gelten sollen und diese mit Priorität angegangen werden sollten. Nur 18 Prozent sprechen sich eher oder klar dagegen aus. Die Bewohner*innen dieser energetisch schlechtesten Gebäude sind relativ gesehen mit den höchsten Energiekosten konfrontiert. Die neue Bundesregierung muss bei der Ausgestaltung dieser Vorgaben neben Qualität und Ambitionsniveau der Modernisierung vor allem auf die soziale Ausgewogenheit achten.

Für eine nachhaltigere Förderpraxis

Die Umfrageergebnisse zeigen, dass 46 Prozent der Befragten sich von der Bundesregierung wünschen, nur noch Heizungssysteme zu fördern, die bereits heute mit erneuerbaren Energien betrieben werden können. 36 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, die aktuelle Förderpraxis beizubehalten, nach der Hybridheizungen mit fossilen Anteilen ebenfalls förderfähig sind. Der Koalitionsvertrag sieht vor, dass ab 2025 eingebaute Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden sollen. Der Einsatz erneuerbarer Heizungssysteme beschleunigt die Wärmewende, verringert die Abhängigkeit von Energieimporten und führt langfristig zu niedrigeren Kosten.

„Die Politik hat das Mandat der Verbraucher:innen, bei der Gebäudesanierung ambitioniert voranzuschreiten“, so Klaus Müller. „Das wäre gut für Umwelt und Verbraucher:innen. Die aktuellen Preissprünge bei Gas und Öl zeigen, wie problematisch die Abhängigkeit von fossilen Energien ist und welch soziale Spannungen sich daraus ergeben können.“

Methode: Bundesweite, repräsentative Umfrage. Stichprobengröße: 1.005 Personen ab 14 Jahren, Gewichtung nach Geschlecht, Alter, Bildung. Statistische Fehlertoleranz: max. +/- 3 Prozentpunkte in der Gesamtstichprobe. Befragungsmethode: CAWI (CAWI = Computer Assisted Web Interviewing). Befragungszeitraum: 11. November bis 17. November 2021. Institut: hopp Marktforschung, Berlin.

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