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Für eine bedarfsgerechte Beratung von Verbrauchern in Finanzfragen:

Provisionsvertrieb bei Anlageprodukten und Finanzvergleichsplattformen beenden

Wenn Vermittler von Versicherungen oder Anlageprodukten über Provisionen Geld verdienen, bekommen Verbraucher im schlimmsten Fall nicht das Produkt, das am besten zu ihnen passt, sondern das, mit dem der Vermittler am meisten verdient. Vertriebsprovisionen führen zu Interessenskonflikten und Fehlanreizen und so zu nachweislich schlechten Empfehlungen bei Finanzanlageprodukten1. Damit sind sie in keiner Weise mit dem Grundsatz vereinbar stets „im besten Kundeninteresse“ zu handeln, den die EU-Finanzmarktrichtlinie MiFID II mit Blick auf Anlageberatungen und andere Dienstleistungen vorschreibt.

Der europäische Gesetzgeber sollte daher ein umfassendes Verbot von Vertriebsprovisionen bei klassischen wie versicherungsförmigen Anlageprodukten, insbesondere aber auch bei Finanzvergleichsplattformen umsetzen. Ein europäisches Provisionsverbot eröffnet gleichzeitig die Chance für mehr grenzüberschreitenden Wettbewerb bei Finanzanlagen zu sorgen. Im Rahmen provisionsbasierter Vertriebsmodelle verkaufen nationaler Anbieter häufig hauseigene und damit nationale Produkte.


1Die Stiftung Warentest hat die Qualität der Anlageberater bislang im Rahmen von drei Tests untersucht. Die Ergebnisse des ersten Tests im Jahr 2009 waren „blamabel“. Die des zweiten Tests (2010) noch schlechter. Die Ergebnisse des letzten Tests vom Januar 2016 sind nur auf den ersten Blick besser. Tatsächlich zeigt auch der Test aus 2016, dass Anlageempfehlungen durch Bankberater den Interessen der Kunden systematisch zuwiderlaufen.