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Junge Verbraucherinnen und Verbraucher

Quelle: Raum 11 - vzbv

Verbraucherschutz

Warum Verbraucherschutz so wichtig ist

Wer fragt, warum Verbraucherinnen und Verbraucher überhaupt Schutz brauchen und warum Verbraucherschutz Sicherheit schafft, bekommt eine einfache Antwort: weil der Markt zu häufig nicht funktioniert und Unternehmen ihrer Verantwortung nicht gerecht werden. Die Verantwortung der Wirtschaft in einer sozialen Marktwirtschaft ist rechtlich verankert: Eigentum verpflichtet, so heißt es im Grundgesetz. Und so sehen 80 Prozent der Verbraucher Hersteller und Handel in der Pflicht, ihre Interessen zu schützen. Im Idealfall gibt es einen Wettbewerb der Besten um die besten Produkte und Dienstleistungen. Leider sieht die Realität für viele Verbraucher anders aus.

Grafik: Interessen von Verbrauchern besser schützen

Quelle: vzbv

Jeder fünfte sieht seine Interessen als Verbraucher nicht gut geschützt.

Die Verbraucherzentralen helfen Verbrauchern täglich aus der Klemme – egal ob es um Probleme mit dem Handyvertrag, Hilfe fürs Energiesparen im Haushalt oder die Prüfung von Versicherungsverträgen geht. Mit der Marktbeobachtung deckt der vzbv Fehlentwicklungen am Markt auf. Die zahlreichen Klagen des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) und der Verbraucherzentralen zeigen immer wieder, dass auch geltendes Recht kein umfassender Schutz vor Benachteiligung oder Betrug ist.

Verbraucher stärken durch gute Politik

Verbraucherschutzthemen sind Alltagsthemen von A bis Z – von der Altersvorsorge bis zur Zahnarztrechnung. Verbraucherschutzthemen berühren die Menschen jeden Tag. Deshalb sollte der Verbraucherschutz im Mittelpunkt der Politik stehen und immer beachtet werden – nicht nur in Krisen und nach Skandalen. Gerade in Krisenzeiten, aber eben nicht nur, blicken viele Verbraucher unsicher in die Zukunft. Daher müssen die Rahmenbedingungen für ihren Alltag so sicher wie möglich gestaltet sein.

Grafik: Verbraucherschutz schafft Sicherheit

Quelle: vzbv

90 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher finden, dass Verbraucherschutz für ihre persönliche Sicherheit eine wichtige Rolle spielt.

Verbraucher müssen auf die eigene Zukunft und ihre eigene Handlungsfähigkeit und dabei auf die Unterstützung der Politik und ein faires Miteinander mit der Wirtschaft vertrauen können. Verbraucherschutz ist also der Kompass, der Orientierung gibt. Verbraucherbildung und Verbraucherinformation können dazu beitragen, die wirtschaftlichen, sozialen und umweltbezogenen Auswirkungen der eigenen (Kauf-) Entscheidungen zu reflektieren. Aber: Verbraucher tragen nicht die Alleinverantwortung. Die Politik muss den Rahmen setzen, der Verbrauchern Schutz, Orientierung und Selbstbestimmtheit ermöglicht.

Zudem ist es wichtig, die Rolle von Verbraucherinnen und Verbraucher auch als Prosumenten zu stärken, zum Beispiel durch ihre Teilhabe an einer erfolgreichen Energiewende oder auch bei der Beobachtung des Marktes bei auffälligen Verwerfungen, etwa bei Lebensmitteln, die nicht korrekt gelabelt sind und dem Portal Lebensmittelklarheit.de gemeldet werden können.

Verbraucherinnen und Verbraucher sind vielfältig

Das Maß an Unterstützungsbedarf ist sehr unterschiedlich. Ebenso die Kanäle, auf denen sich Verbraucher informieren und natürlich auch die Probleme, vor denen sie stehen können.

Die Differenzierung der Gesellschaft und ihrer Konsummuster nehmen zu. Wer was kauft oder welchen Vertrag abschließt ist ebenso eine individuelle Entscheidung wie die, wer welche Art der Ernährung oder Reisen bevorzugt. So werden Angebot und auch Preise immer differenzierter. Jeder Verbraucher kann in individuellen Entscheidungssituationen Verletzlichkeit, Überforderung oder Ohnmacht erfahren. Und je nach Konsum- und Lebensbereich sind Verbraucher und ihre Bedürfnisse sehr unterschiedlich. So kann der gleiche Mensch zum Beispiel im Digitalmarkt ein vertrauender Verbraucher sein, im komplexen Finanzmarkt jedoch ein verletzlicher Verbraucher und im Lebensmittelmarkt ein verantwortungsvoller Verbraucher, weil sich diese Person gut auskennt im Siegeldschungel und beim nachhaltigen Konsum. Niemand ist also aufgrund seiner Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe per se kompetent, vertrauend oder verletzlich.

Das Verständnis, dass nicht alle Menschen in jeder Alltagssituation gleich (kompetent) sind, ist auch in der Politik immer stärker Grundlage von Entscheidungen. Das differenzierte Verbraucherleitbild ist ein großer Gewinn für den Verbraucherschutz, weil sich gute Politik an der Lebensrealität der Menschen und ihrem Alltag orientieren muss.

Quelle: Corinna Guthknecht - vzbv

Klaus Müller
Vorstand Verbraucherzentrale Bundesverband

Verbraucherschutz muss bei politischen Entscheidern ganz oben auf der Agenda stehen, denn hier wird über die Themen entschieden, die den Alltag der Verbraucherinnen und Verbraucher ausmachen. Fairness am Markt und bei den Preisen, klare verständliche Regeln und Transparenz über Produkt- und Prozessqualitäten erleichtern die Konsumentscheidungen. Aber das reicht noch nicht: Wo der Gesetzgeber Lücken lässt, ringen wir darum, diese zu schließen. Wir beobachten den Markt genau und mahnen Unternehmen, die sich nicht an Recht und Gesetz halten, ab und klagen auch vor Gericht. Der vzbv setzt sich für bessere Verbraucherinformationen und -bildung ein. Und mit den Verbraucherzentralen haben wir ein starkes Netzwerk für Beratung und Information, wenn Verbraucher Rat und Hilfe brauchen. Mit vielen Verbraucher- und manchmal sogar Unternehmensverbänden schmieden wir Allianzen. Kurzum: Wir kämpfen jeden Tag dafür, den Verbraucheralltag sicherer, einfacher und bezahlbar zu machen.

Verbraucherschutz der Zukunft

Längst geht es um viel mehr als das günstige Einkaufen, den billigsten Preis und eine Geiz-ist-geil-Mentalität. Das große Zukunftsthema ist die der Klimaschutz und die Frage, wie wir so konsumieren können, dass wir den nachfolgenden Generationen einen gesunden und lebenswerten Planeten überlassen. Nachhaltig zu konsumieren ist für viele Verbraucher immer wichtiger: 80 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher wünschen sich, dass die Politik Verbraucherproblemen mehr Beachtung schenkt. Nachhaltiger Konsum braucht nachhaltige Produkte. Der vzbv engagiert sich für einen nachhaltigen Konsum oder faire Produktionsbedingungen. Auch hier müssen Verbraucherinformationen verlässlich und geeignet sein, die Nachfrage hin zu nachhaltigen Produkte zu lenken, damit ein nachhaltiges Angebot steigen kann.

Der politische Kompromiss zum Lieferkettengesetz vom Februar 2021 ist ein wichtiger erster Schritt, bleibt aber hinter den Erwartungen zurück. Ohne zivilrechtliche Haftung fehlt es dem Gesetz an Biss, außerdem soll das Gesetz nur für die größten Unternehmen gelten. Damit Verbraucher sicher sein können, dass in ihren Produkten keine Kinderarbeit, Menschenrechtsverletzungen oder Umweltzerstörungen stecken, müssten mehr Unternehmen eingeschlossen werden und die Sorgfaltspflichten vollumfänglich in der gesamten Lieferkette gelten. Für mehr nachhaltigen Konsum braucht also klare Regeln, die für alle gelten: transparent, nachvollziehbar und verlässlich.

Globalisierung und Digitalisierung sind weitere Megatrends des 21. Jahrhunderts, die längst im Verbraucheralltag aller angekommen sind. Die Einhaltung grundlegender Rechte, Schutz und Sicherheit beim Umgang und der Nutzung von Daten, Geräten und Geschäftsmodellen – das erwarten Verbraucher. Denn der Verbraucheralltag wird künftig stärker von künstlicher Intelligenz, Algorithmen und digitalen Anwendungen geprägt sein, als er es heute schon ist.

In seinem Leitbild bekennt sich der vzbv klar zu einer gerechten und nachhaltigen Wirtschaftsordnung und zu einem selbstbestimmten Leben der Verbraucherinnen und Verbraucher. Starke Verbraucher stärken die Wirtschaft und – nicht zuletzt – die Demokratie. Bei vielen Verbraucherthemen, etwa bei der Energiewende, der Altersvorsorge oder auch der Möglichkeit, nachhaltig zu konsumieren, müssen soziale Verantwortung, Gerechtigkeit bei Verteilungsfragen und die Unterstützung von Schwächeren mitgedacht und handlungsleitend sein.

Fazit

Verbraucherprobleme lösen sich nicht von alleine. Verbraucher brauchen starke Partner. Sie brauchen die Stimme der Verbraucher. Der Verbraucherzentrale Bundesverband vertritt die vielfältigen Interessen von Verbraucherinnen und Verbrauchern und ist damit wichtiger Anwalt, wenn es um Verbraucherschutz in Deutschland und in Europa geht.

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Leuchttürme des Verbraucherschutzes

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digitales onlineshopping vividz foto fotolia 103422555 s.jpg

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