Datum: 18.06.2021

Achtung: Rentner werden mit teuren Büchern abgezockt

Der vzbv warnt vor Vertretern, die überteuerte Bücher als angeblich gute Geldanlage vertreiben.

  • An der Haustüre werden Senioren Bücher als Geldanlage verkauft.
  • Die Bücher können nur zu einem Bruchteil des Kaufbetrages wieder verkauft werden.
  • Manche Vertreter überreden Verbraucher, Kredite abzuschließen, um die Bücher zu finanzieren.
Alte Frau steht an offener Haustür

Quelle: W PRODUCTION - Adobe Stock

Seniorinnen und Senioren berichten, wie ihnen Haustürvertreterinnen und Haustürvertreter Bücher für mehrere tausend Euro verkaufen. Die Lexika und Nachbildungen historischer Bücher seien eine sichere Geldanlage und könnten in absehbarer Zeit mit hohem Gewinn wiederverkauft werden – so versprechen es die Vertreterinnen und Vertreter den Verbraucherinnen und Verbrauchern. Dem vzbv liegen Fälle von Betroffenen vor, die mit dieser Masche bis zu 100.000 Euro verloren haben. Denn die Bücher können tatsächlich nur zu einem Bruchteil des Kaufbetrages wieder verkauft werden.

7.000 Euro für einen Bildband, 11.000 Euro für die Nachbildung einer historischen Psalter-Sammlung – diese horrenden Summen haben Senioren für angeblich seltene Bücher bezahlt. Die Verbraucher sind dem Versprechen erlegen, es handle sich hier um wertvolle Ausgaben und damit eine sichere Geldanlage mit hoher Rendite. Versprochen wurde den Käufern das von Haustürvertreten. Diese Haustürvertreter haben das gesamte Paket zu dieser angeblich sicheren Anlage im Angebot. Das nötige Kleingeld fehlt, um die Bücher überhaupt zu erwerben? Kein Problem mit dem richtigen Kredit, den der Vertreter ebenfalls griffbereit hat. Die Verbraucher wissen nicht, wie sie die Bücher dann gewinnbringend verkaufen sollen? Auch das kann der Vertreter organisieren, allerdings nur gegen Vorkasse. Mit dieser Masche haben vornehmlich ältere Verbraucher mehrere tausend Euro verloren.

Dem vzbv liegt der Fall einer 90-Jährigen vor, die über mehrere Jahre insgesamt 100.000 Euro für verschiedene Bücher ausgegeben hat. Ein anderes Rentnerpaar schildert, dass es fast die Hälfte seines monatlichen Einkommens für die Kredite aufwenden muss, die es zum Kauf der Bücher abgeschlossen hat.

Verlustgeschäft statt Geldanlage

Das Tragische ist, besonders häufig sind Menschen mit geringem Einkommen betroffen. Die Verbraucher möchten ihre niedrige Rente etwas aufbessern oder Geld für ihre Enkel anlegen. Das Geld ist aber verloren, denn zu einem Verkauf durch die Vertreter kommt es in den meisten Fällen nicht. Falls sich doch ein anderer Käufer findet, erhalten die Verbraucher in der Regel das investierte Geld nicht zurück. Wer kein Experte für wertvolle Bücher ist, kann über den wahren Wert von Büchern schnell getäuscht werden.

Verbraucherzentralen helfen weiter

Verbraucher, die Hilfe in ihrem individuellen Fall benötigen, sollten die Beratungsangebote der Verbraucherzentralen nutzen, Informationen unter https://www.verbraucherzentrale.de/beratung. Beschwerden können sie über das Beschwerdeportal der Verbraucherzentralen abgeben.

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Kathrin Ida Krockenberger

Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Team Kommunikation Marktbeobachtung
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