Datum: 04.05.2021

Länderübergreifendes Koordinierungsgremium für Nutri-Score eingerichtet

vzbv und BEUC stellen Anforderungen an die mögliche Weiterentwicklung des Nutri-Score-Algorithmus

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat gemeinsam mit dem Europäischen Verbraucherband BEUC und weiteren nationalen Verbraucherorganisationen der EU-Mitgliedstaaten Anforderungen an die mögliche Weiterentwicklung des Nutri-Score-Algorithmus aufgestellt. Mit einem gemeinsamen Brief haben sich die Verbraucherorganisationen an ihre nationalen Regierungen gewandt, in Deutschland an das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.  

Anlass ist das neu eingerichtete länderübergreifende Koordinierungsgremium, den die sieben Mitgliedstaaten, die das Nährwert-Label bereits empfehlen, gegründet haben. Ziel dieses Gremiums ist es, die Anwendung des Nutri-Scores zu erleichtern. Da auch mögliche Weiterentwicklungen an der Berechnungsgrundlage des Nutri-Scores – dem Algorithmus – vorgesehen sind, haben der vzbv und BEUC einige grundlegende Anforderungen an diesen Prozess formuliert.  

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Quelle: anyaberkut - fotolia.de

BEUC und vzbv für die europaweite Einführung des Nutri-Scores

Der vzbv und BEUC fordern die Einführung des Nutri-Scores in Europa. Nachdrücklich unterstützen beide Verbraucherorganisationen deshalb die Initiative der sieben Staaten – darunter Deutschland – die Lebensmittelunternehmen ihrer Länder zur Umsetzung des Nutri-Scores zu ermutigen.

Nutri-Score wissenschaftlich entwickeln

Zu den wesentlichen Stärken des Nutri-Scores zählt der hohe Grad an wissenschaftlicher Evidenz. Diese Evidenz hat gezeigt, dass der Nutri-Score derzeit das beste System ist, mit dem Verbraucherinnen und Verbrauchern die Nährstoffqualität von Lebensmitteln innerhalb einer Produktkategorie vergleichen und gesündere Kaufentscheidungen treffen können.

Dennoch ist es wichtig, den Algorithmus regelmäßig zu prüfen, um Verbesserungen daran zu ermöglichen. So kann fortlaufend wissenschaftlichen Erkenntnissen Rechnung getragen werden. Der vzbv begrüßt es daher sehr, dass neben dem Lenkungsausschuss aus Ländervertretern ein wissenschaftlicher Ausschuss unabhängiger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus jedem der sieben Länder eingerichtet wurde. 

Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die strenge wissenschaftliche Grundlage, auf der der Nutri-Score und der zugehörige Algorithmus beruhen, bei allen Überlegungen zur Anpassung beibehalten wird.

Anforderungen an eine wissenschaftliche Überprüfung

Potenzielle Anpassungen der Berechnungsmethode für bestimmte Lebensmittelkategorien oder gar die Schaffung von Ausnahmen für bestimmte Lebensmittel sollten ausschließlich auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse getroffen werden. Diese sollten das Ziel haben, Verbrauchern gesunde Einkaufsentscheidungen und damit auch gesunde Ernährung zu erleichtern. Anpassungen dürfen keinesfalls von kommerziellen Interessen einzelner Branchen oder Anbieter geleitet sein. Die Entscheidungen des Lenkungsausschusses sollten deshalb immer auf Basis der Empfehlungen des wissenschaftlichen Gremiums getroffen werden. Etwaige Entscheidungen sollten transparent und vollumfänglich auf einer öffentlich zugänglichen Website veröffentlicht werden.

Die Mitglieder des wissenschaftlichen Gremiums sollten befugt sein, jeden Aspekt des Nutri-Scores, den sie für die Weiterentwicklung und Verbesserung des Nährwert-Labels für relevant halten, proaktiv zu prüfen.

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Anforderungen an die mögliche Weiterentwicklung des Nutri-Score-Algorithmus | Brief an die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft | 04. Mai 2021

Anforderungen an die mögliche Weiterentwicklung des Nutri-Score-Algorithmus | Brief an die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft | 04. Mai 2021

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Alles zum Thema: Nährwertkennzeichnung

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Quelle: vzbv

16.12.2020

Mehrheit für einheitliche Nährwertkennzeichnung in Europa

Die Mehrheit der EU-Mitliedstaaten hat Schlussfolgerungen des EU-Ratsvorsitzes zur erweiterten Nährwertkennzeichnung verabschiedet und begrüßen eine einheitliche erweiterte Nährwertkennzeichnung. Der vzbv fordert die Bundesregierung auf, sich weiterhin für einen EU-weiten Nutri-Score einzusetzen.

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Quelle: Gert Baumbach - vzbv

19.08.2020

Der Nutri-Score kommt – vorerst aber nur freiwillig

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02.06.2020

Nachhaltige Ernährung braucht die richtigen Rahmenbedingungen

Die europäischen Verbraucherorganisation BEUC hat eine Verbraucherbefragung veröffentlicht, die in Zusammenarbeit mit ihren Mitgliedsverbänden, darunter dem vzbv, durchgeführt wurde. Es ergeben sich daraus Erkenntnisse zur Frage, wie Ernährung und Lebensmittelproduktion nachhaltiger werden können.

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20.05.2020

Nutri-Score europaweit verbindlich einführen

Statement von Klaus Müller, Vorstand des vzbv, zum ernährungspolitischen Bericht

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31.07.2020

Faktenblatt zur Nährwertkennzeichnung

Die Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher möchte sich gesund ernähren. Beim Einkaufen im Supermarkt ist jedoch schwer zu beurteilen, was die Zusammensetzung der Nährwerte bedeutet. Eine farbliche Nährwertkennzeichnung auf der Produktvorderseite hilft Verbrauchern, gesündere Alternativen auf einen Blick zu erkennen.

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17.12.2019

Nutri-Score zügig einführen

Der vzbv unterstützt die Einführung des Nutri-Scores in Deutschland. Aus diesem Grund begrüßt der vzbv ausdrücklich den Entwurf zur Änderung der Lebensmittelinformations-Durchführungsverordnung des Ernährungsministeriums. Nach der Einführung in Deutschland muss der Nutri-Score auch in Europa eingeführt werden.

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10.04.2017

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Vitamin C zur Verringerung der Müdigkeit, Calcium für starke Knochen: Lebensmittel, die mit gesundheitsbezogenen Angaben beworben werden, stehen bei Verbrauchern hoch im Kurs. Doch etliche dieser Produkte enthalten viel Zucker, Fett oder Salz. Der vzbv fordert Obergrenzen für diese Nährstoffe in Form von Nährwertprofilen.

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Kind mit Bonbon

Quelle: Aaron Amat - Adobestock

04.12.2019

Unzulässige Deklaration von Nährwerten auf Nimm2-Verpackung

Urteil vom 04.12.2019

Die vom Süßwarenhersteller Storck auf Bonbon-Verpackungen abgedruckten Vitamin- und Nährwerttabellen waren unzulässig. Das hat das Kammergericht in Berlin nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gegen die August Storck KG entschieden und damit die Berufung gegen das Urteil des Landgerichts Berlin zurückgewiesen.

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Infografik: Gesündere Regeln für Kinderlebensmittel

Verbraucherinnen und Verbaucher befürworten mehrheitlich Obergrenzen für Zucker, Fett und Salz bei Lebensmitteln, die sich in Aufmachung und Gestaltung an Kinder richten.

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17.01.2018

Infografik: Staat soll gesunde Ernährung fördern

Mehr als die Hälfte der Verbraucher wäre froh, wenn der Staat für gesündere Lebensmittel sorgen würde. Das zeigt eine repräsentative Online-Befragung von Zühlsdorf + Partner im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

 

 

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Einfach gesünder? Ernährungspolitik in Deutschland auf dem Prüfstand

Die Reduktionsstrategie der Bundesregierung soll unser Essen gesünder machen und im kommenden Jahr soll der Nutri-Score als erweiterte, freiwillige Nährwertkennzeichnung starten. Alles auf dem richtigen Wege also in der deutschen Ernährungspolitik? Darüber will der vzbv beim Verbraucherpolitischen Forum auf der Internationalen Grünen Woche 2020 diskutieren.

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Verbraucherpolitisches Forum des Verbraucherzentrale Bundesverbands auf der Internationalen Grünen Woche am 24.1.2019

Quelle: vzbv

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Europa kann mehr: für eine verbraucherfreundliche EU-Lebensmittelpolitik

Verbraucherpolitisches Forum auf der Internationalen Grünen Woche 2019

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