Durch die folgenden Buttons können Sie direkt auf einen speziellen Bereich des Inhaltes springen
Datum: 23.11.2022

vzbv fordert Verbot von Werbung mit "Klimaneutralität"

Positionspapier: EU sollte umweltbezogene Werbeaussagen stärker regulieren

  • Fußball-WM in Katar zeigt: Werbung mit Klimaneutralität ist eine Form von Greenwashing und birgt die Gefahr der Verbrauchertäuschung.
  • Der Handel mit Kompensationszertifikaten ist intransparent – für Verbraucher:innen ist beim Einkauf meist unklar, wie Emissionen kompensiert werden.
  • Klimapolitisch sinnvoller wäre ein nachhaltiger Umbau der Produktion.
Ein Paket mit zwei Anhängern, auf denen die Klimaneutralität des Produkts beworben wird

Quelle: fascinadora - AdobeStock

„Vollständig klimaneutrales FIFA-Turnier“, „klima-positive Pasta“ oder „CO2-neutrales Heizöl“ – Klimaneutralität ist ein häufiges Werbeargument. Die Werbung spielt jedoch mit dem Unwissen von Verbraucher:innen über den Zusammenhang von „Klimaneutralität“ mit CO2-Kompensationsmaßnahmen und deren Wirksamkeit. Der Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) fordert ein generelles Verbot der Werbung mit Klimaneutralität.

„Ob eine angeblich klimaneutrale WM in der Wüste oder das CO2-neutrale Heizöl: Immer wieder wollen Organisationen und Unternehmen mir ihrer Werbung den falschen Eindruck erwecken, dass ein Produkt oder eine Dienstleistung dem Klima nicht schadet. Tatsächlich entstehen in der Produktion aber grundsätzlich klimaschädliche Emissionen“, sagt Ramona Pop, Vorständin des vzbv. „Die beworbene Klimaneutralität soll mit Hilfe von CO2-Kompensation erreicht werden. Der Handel mit freiwilligen Kompensationszertifikaten ist aber nicht reguliert. Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist somit völlig unklar, wie verlässlich Emissionen kompensiert werden. Das ist Greenwashing und sollte verboten werden.“

EU-Parlament sollte Werbung mit „Klimaneutralität“ verbieten

Eine emissionsfreie Produktion ist derzeit nicht möglich. Daher fordert der vzbv ein explizites Verbot der Werbung mit „Klimaneutralität“ oder vergleichbaren Formulierungen. Auch Werbung mit zukünftig angestrebter Klimaneutralität sollte verboten werden. Das Europäische Parlament befasst sich Ende November mit der Regulierung umweltbezogener Werbeaussagen.

Langfristigen Wandel herbeiführen

Klimaneutralität kann nur global unter Einbeziehung aller, nicht aber auf der Ebene einzelner Produkte erreicht werden. „Wenn klimaschädliche Produkte als klimaneutral beworben werden, kann das ihren Konsum anregen. Die Werbung mit Klimaneutralität kann also einen notwendigen Wandel verhindern statt befördern. Klimapolitisch sinnvoll wäre eine Reduktion des Konsums und ein Umbau der Produktion“, so Pop.

Der vzbv hat den Weltfußballverband FIFA vergangene Woche wegen Greenwashing abgemahnt und ihn aufgefordert, mehrere Werbeaussagen zum angeblich „klimaneutralen Turnier“ von seiner Webseite zu löschen.

Download

22-11-vzbv Positionierung Klimanteural-Claims

Das Märchen von klimaneutralen Produkten

Position des vzbv zur Werbung mit Klimaneutralität | 3. November 2022

Ansehen
PDF | 487.72 KB

Weitere Informationen

Alles zum Thema: Klimaschutz

Artikel (205)
Dokumente (109)
Urteile (4)
Termine (16)

Kontakt

Kontakt

Icon für Kontakt für Verbraucher

Service für Verbraucher:innen

Was suchen Sie? Wählen Sie eine passende Option:

Kontakt

Pressestelle

Service für Journalist:innen
presse@vzbv.de +49 30 25800-525