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Performance Szenarien unter der Lupe

Quelle: © memyjo / fotolia.com

Die Märkte im Blick

Verbraucherreport 2026

Performance Szenarien unter der Lupe

Quelle: © memyjo / fotolia.com

Ärger über untergeschobene Verträge hält an

Ein Klick und plötzlich ist ein Vertrag abgeschlossen, den man nie wollte. Untergeschobene Verträge sind im Jahr 2025 erneut der häufigste Beschwerdegrund bei den Verbraucherzentralen. Insgesamt verzeichneten die Verbraucherzentralen im vergangenen Jahr mehr als 348.000 Beschwerden – ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders auffällig: Mehr als jede zweite Beschwerde betrifft digitale Themen.

Ob ungewollte Abos, falsche Stromabrechnungen oder Ärger mit Fakeshops: hinter den Zahlen stehen konkrete Alltagserfahrungen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband wertet diese Beschwerden systematisch aus. So werden Muster sichtbar und strukturelle Probleme können gezielt angegangen werden.

Digitales

Person am Laptop mit Kreditkarte

Quelle: iStock - Valerii Apetroaiei

Fakeshops schalten gezielt Werbung

Das Angebot wirkt unschlagbar, der Online-Shop professionell, doch die Ware wird nie geliefert. Fakeshops sind ein großes Problem für Verbraucher:innen. Besonders perfide: Sie tauchen nicht zufällig auf, sondern werden in Suchmaschinen oder sozialen Medien aktiv beworben. Wie groß das Ausmaß ist, zeigt eine Untersuchung des Verbraucherzentrale Bundesverbands aus dem November 2025: Der Verband analysierte 653 Fakeshops, für die der Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale eine Warnung ausgesprochen hatte. Ergebnis: Für die Hälfte der Seiten (50 Prozent) wurde Werbung über Google oder Meta geschaltet.

Beschwerden im digitalen Bereich nehmen zu

Digitale Themen dominieren weiterhin die Beschwerden: Im Jahr 2025 registrierten die Verbraucherzentralen knapp 199.000 Fälle in diesem Bereich. Das entspricht mehr als der Hälfte der Gesamtbeschwerden (57 Prozent). Die Zahl ist zudem spürbar gestiegen und liegt nun 35 Prozent über dem Vorjahresniveau. Für Frust sorgen vor allem untergeschobene Verträge, etwa beim Internetanschluss, aber auch nachträglichen Änderungen von Leistungen, –zum Beispiel plötzlich eingeblendete Werbung bei Streaming-Abos.

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knapp

199.000

Beschwerden zum Thema Digitales wurden im Jahr 2025 in den Verbraucherzentralen erfasst.

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57%

aller Beschwerden in den Verbraucherzentralen betrafen im Jahr 2025 den digitalen Bereich.

Plattformen stärker in die Pflicht nehmen

Damit Verbraucher:innen besser geschützt sind, müssen Online-Plattformen stärker in die Verantwortung genommen werden. Die Regeln des Digital Services Act (DSA) müssen von der EU und dem nationalen Digital Services Coordinator konsequent durchgesetzt und kontrolliert werden. Schutzlücken gilt es dabei schnell zu schließen, zum Beispiel über den angekündigten europäischen Digital Fairness Act.

Energie

Menschen vor Windrädern

Quelle: AdobeStock - Kampan

Entlastung bei Strompreisen bleibt aus

Die Stromrechnung ist für viele Haushalte teuer. Entsprechend groß war die Erwartung, als die Bundesregierung eine Senkung der Netzentgelte ankündigte. Verbraucher:innen sollten so um etwa 100 Euro im Jahr entlastet werden. Eine Analyse des Verbraucherzentrale Bundesverbands zeigt jedoch: Wie viel davon tatsächlich ankommt, hängt stark vom Wohnort ab. Je nach Netzgebiet reicht die Entlastung im Jahr von gerade einmal 18 Euro in Rostock bis 109 Euro in Mainz.  Im Durchschnitt sparen Haushalte in Deutschland rund 56 Euro jährlich – deutlich weniger als angekündigt. Nur bei einem der 25 untersuchten Netzbetreiber liegt die Ersparnis überhaupt über 100 Euro pro Jahr.

Viele Beschwerden rund um Stromverträge

Hohe Stromkosten können für Unmut sorgen und schlagen sich auch in den Beschwerden nieder. 2025 erfassten die Verbraucherzentralen insgesamt über 45.000 Beschwerden im Energiebereich. Die Mehrheit davon betrifft Stromverträge (61 Prozent). Die Gründe sind vielfältig: Verbraucher:innen berichten von unverständlichen Rechnungen, nicht nachvollziehbaren Verbrauchswerten oder untergeschobenen Verträgen.

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über

45.000

Beschwerden zum Thema Energie wurden im Jahr 2025 in den Verbraucherzentralen erfasst.

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61%

der Beschwerden im Energiebereich betrafen im Jahr 2025 Probleme mit Stromverträgen.

Stromsteuer senken 

Um Verbraucher:innen beim Strompreis wirksam zu entlasten, sollte die Bundesregierung die Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß senken. Für einen durchschnittlichen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh würde das eine Entlastung von rund 68 Euro pro Jahr bedeuten. Die Senkung der Stromkosten war ein zentrales Versprechen im Koalitionsvertrag. Dieses Versprechen muss die Bundesregierung nun einlösen. 

Hoher Beratungsbedarf beim Energiesparen

Angesichts steigender Energiepreise bleibt der Beratungsbedarf der Menschen zum Energiesparen hoch: Im Jahr 2025 führte die Energieberatung der Verbraucherzentrale insgesamt knapp 212.000 Energieberatungen durch. Die Beratung hilft zum Beispiel dabei, Strom zu sparen oder die passende Heiztechnik zu finden. Das Angebot wird kontinuierlich weiterentwickelt, etwa durch Online-Vorträge oder digitale Beratungen.

Finanzen

Geldbeutel mit 50-Euro-Schein

Quelle: Fotolia - Andrei Korzhyts

Hürden bei der Rückerstattung nach Kontobetrug

Eine täuschend echte SMS oder ein vermeintlicher Anruf der Bank – Betrugsmaschen rund ums Konto sind oft so gut gemacht, dass sie kaum zu erkennen sind. Umso größer ist der Schock, wenn plötzlich Geld vom Konto verschwindet. Die Auswertung eines Verbraucheraufrufs des Verbraucherzentrale Bundesverbands zeigt: Von Betrug betroffene Verbraucher:innen bleiben immer wieder auf dem Schaden sitzen, Banken verweisen auf angebliche grobe Fahrlässigkeit und lehnen Erstattungen ab. Dabei setzen sie wiederkehrende Strategien ein, etwa standardisierte Schreiben, eine verzögerte Bearbeitung oder unzureichende Prüfung des Einzelfalls.

Beschwerden im Finanzbereich steigen

Kontobetrug ist dabei nur eines von vielen Problemen im Finanzbereich. Insgesamt verzeichneten die Verbraucherzentralen im Jahr 2025 mehr als 31.000 Beschwerden – ein Plus von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Den größten Anstieg gab es bei Verbraucherdarlehen, wie etwa Ratenkrediten. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Fälle hier um 55 Prozent. Im gesamten Finanzbereich betreffen die meisten Beschwerden Zinsanpassungen bei Sparanlagen, steigende Beiträge in der privaten Kranken- und Pflegeversicherung sowie Betrugsfälle im Grauen Kapitalmarkt.

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mehr als

31.000

Beschwerden zum Thema Finanzen wurden im Jahr 2025 in den Verbraucherzentralen erfasst.

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um

55%

stiegen die Beschwerden über Verbraucherdarlehen im Vergleich zum Vorjahr. 

Schnellere Hilfe bei Kontobetrug

Aufklärung allein reicht nicht. Damit Verbraucher:innen bei Kontobetrug besser geschützt sind, müssen Banken stärker in die Pflicht genommen werden und beispielsweise ihrer gesetzlichen Rückerstattungspflicht tatsächlich nachkommen. Zahlungsdienstleister sollten grundsätzlich erst nach Erstattungen prüfen, ob grobe Fahrlässigkeit vorliegt und gegebenenfalls dann ihre Ansprüche geltend machen. Zugleich braucht es klare Regeln für die Einzelfallprüfung und Nachweispflichten. 

Mobilität & Reisen

Person im Bus

Quelle: iStock - Miodrag Ignjatovic

Probleme mit Gewährleistung

Wenn das Auto streikt, ist der Ärger groß und endet nicht immer mit der Reparatur. Mitunter kommt es anschließend zum Streit darüber, wer die Kosten übernimmt, gerade wenn Händler oder Hersteller trotz Gewährleistung nicht zahlen wollen. Das spiegelt sich auch bei den Verbraucherzentralen wider: 2025 ging mehr als jede vierte Beschwerde im Bereich Mobilität auf Probleme mit Fahrzeugen zurück (27 Prozent). Besonders häufig drehen sich diese Konflikte dabei um Fragen der Gewährleistung.

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über

25.000

Beschwerden zum Thema Mobilität und Reisen wurden im Jahr 2025 in den Verbraucherzentralen erfasst.

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27%

der Beschwerden im Bereich Mobilität und Reisen betrafen im Jahr 2025 Probleme mit Fahrzeugen.

Mehr Beschwerden bei Mobilität und Reisen

Im Jahr 2025 registrierten die Verbraucherzentralen insgesamt über 25.000 Beschwerden im Bereich Mobilität und Reisen. Das sind rund 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Neben Problemen mit Fahrzeugen sorgen auch Flug- und Pauschalreisen für Ärger. Auf beide Bereiche entfallen jeweils rund elf Prozent der Beschwerden. In etwa jeder fünften Beschwerde geht es dabei um Schwierigkeiten beim Rücktritt, etwa wenn Verbraucher:innen ihr Geld nach einer Stornierung nicht zurückerhalten.

Schutz für Reisende stärken

Wenn bei einer Reise etwas schiefgeht, kann es für Verbraucher:innen kompliziert werden. Obwohl ihre Rechte in der EU klar geregelt sind, lassen sich Ansprüche in der Praxis mitunter nur schwer durchsetzen. Unternehmen reagieren langsam oder gar nicht. Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert daher, den Schutz für Reisende zu verbessern.

Gesundheit & Pflege

Ärtzin im Gespräch

Quelle: iStock - Yuri Arcurs

Mehr Beschwerden zur privaten Krankenversicherung

Wenn die Beiträge steigen, kann die private Krankenversicherung schnell zur finanziellen Belastung werden. Schwierigkeiten in diesem Bereich spiegeln sich auch in den Verbraucherzentralen wider: 2025 ist die Zahl der Beschwerden zu privaten Krankenversicherungen deutlich gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr nahm sie um 33 Prozent zu und macht inzwischen 14 Prozent aller Fälle im Bereich Gesundheit und Pflege aus. Häufig geht es dabei um Beitragserhöhungen oder Probleme beim Wechsel der Versicherung.

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mehr als

12.200

Beschwerden zum Thema Gesundheit und Pflege wurden im Jahr 2025 in den Verbraucherzentralen erfasst.

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18%

aller Beschwerden im Bereich Gesundheit und Pflege bezogen sich im Jahr 2025 auf Probleme mit der gesetzlichen Krankenversicherung. 

Ärger im Gesundheitsbereich

Die Verbraucherzentralen verzeichneten im Jahr 2025 insgesamt mehr als 12.200 Beschwerden im Bereich Gesundheit und Pflege. Das sind 16 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Häufigster Grund für eine Beschwerde sind weiterhin Probleme mit der gesetzlichen Krankenversicherung (18 Prozent der Beschwerden in diesem Bereich). Dabei geht es beispielsweise um Probleme mit der Beitragsbemessung.

Krankenkassen vergleichbar machen

Die passende Krankenkasse zu finden, ist für Verbraucher:innen oft schwierig. Ein reiner Preisvergleich reicht dafür nicht aus. Wichtige Kriterien wie Bearbeitungsdauer, Beratungsqualität und Erreichbarkeit sind meist schwer einzuschätzen und verfügbare Informationen selten neutral. Aus Sicht des Verbraucherzentrale Bundesverbands braucht es deshalb einen unabhängigen und leicht verständlichen Online-Vergleich, der diese Unterschiede bei den Kassen transparent macht.

Lebensmittel

Person im Supermarkt

Quelle: iStock - Giselleflissak

Dauerbrenner Nahrungsergänzungsmittel

Ob Kapseln für ein stärkeres Immunsystem oder Pulver für mehr Energie im Alltag: Nahrungsergänzungsmittel boomen. Doch immer wieder endet der Griff zum vermeintlichen Gesundheitshelfer mit Ärger. Seit Jahren sind Nahrungsergänzungsmittel der häufigste Beschwerdegrund im Lebensmittelbereich – so auch im Jahr 2025 (18 Prozent aller Beschwerden im Bereich). Dabei geht es insbesondere um irreführende Werbung oder untergeschobene Verträge.

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10.700

Beschwerden zum Thema Lebensmittel wurden im Jahr 2025 in den Verbraucherzentralen erfasst.

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stiegen die Beschwerden im Bereich Lebensmittel im Vergleich zum Vorjahr. 

Mehr Beschwerden zu Lebensmitteln

Die Beschwerden rund um Lebensmittel haben im Jahr 2025 spürbar zugenommen: Mehr als 10.700 Fälle erfassten die Verbraucherzentralen, ein Plus von 52 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Neben Nahrungsergänzungsmitteln sorgen auch klassische Produkte wie Süßwaren für Unmut. Verbraucher:innen berichten hier unter anderem von steigenden Preisen bei veränderter Füllmenge oder überdimensionierten Verpackungen.

Mogelpackungen kennzeichnen

Versteckte Preiserhöhungen durch geringere Füllmengen oder veränderte Zutaten sind für Verbraucher:innen oft kaum zu erkennen. Deshalb sollte sich die Bundesregierung auf europäischer Ebene für klare Vorgaben einsetzen. Kurzfristig braucht es pragmatische Lösungen im Handel, etwa Hinweise direkt am Supermarktregal, damit Verbraucher:innen solche Preistricks sofort erkennen können.

Mehr Meldungen zu Lebensmitteltricks

„XXL Pack“ – doch tatsächlich sind plötzlich 500 Gramm weniger Müsli drin, ohne dass der Hersteller auf die Änderung deutlich hinweist: Solche Fälle sorgen bei Verbraucher:innen für Verärgerung. Im Jahr 2025 hat das Projekt „Lebensmittelklarheit“ der Verbraucherzentralen insgesamt 735 Meldungen erhalten – rund 200 mehr als im Vorjahr. Deutlich zugenommen haben die Meldungen zu versteckten Preiserhöhungen.

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