Datum: 21.04.2021

Fortschritt im Schneckentempo reicht nicht

vzbv-Vorstand Klaus Müller kommentiert die Ergebnisse der Reduktionsstrategie von Zucker, Salz und Fett in Lebensmitteln

Klaus Müller, Vorstand vzbv

Quelle: Corinna Guthknecht - vzbv

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft veröffentlicht die Ergebnisse des Produktmonitorings im Rahmen der Nationalen Reduktionsstrategie für weniger Zucker, Fett und Salz in Fertiglebensmitteln. Aus Sicht des vzbv reichen die freiwilligen Reduktionsmaßnahmen vor allem für den Bereich Lebensmittel mit Kinderoptik nicht aus. Bei dieser Produktgruppe besteht dringender und besonderer Handlungsbedarf. Klaus Müller, Vorstand des vzbv, kommentiert:

Übergewicht, Diabetes und andere ernährungsmitbedingte Krankheiten nehmen weiter zu. Fortschritt im Schneckentempo bei der Zucker-, Salz- und Fettreduktion in einzelnen Produktgruppen reicht deshalb nicht und wird auch nicht automatisch dazu führen, dass sich Verbraucherinnen und Verbraucher gesünder ernähren. Das Max-Rubner-Institut stellt beispielsweise fest, dass der Zuckergehalt von Müsli-Riegeln zwar im Schnitt zurückgegangen ist, aber nach wie vor eher die zuckerreicheren Varianten im Einkaufkorb der Verbraucher landen.  

Nach wie vor fehlt eine Informationsplattform, über die die Öffentlichkeit und Verbraucher transparent nachvollziehen können, welche Produkte konkret reformuliert wurden und wie die Branchen bei der Reduktion von Zucker, Salz und Fett vorgehen. Es bleibt weiterhin unklar, welche Unternehmen ambitionierter vorangehen und welche Produkte reformuliert werden. Damit kann auch nicht zielgerichtet nachgesteuert werden, es bleibt völlig unklar, ob die Strategie mit Blick auf die Lebensrealität der Verbraucher wirklich erfolgreich ist. Aus Sicht des vzbv muss sichergestellt werden, dass alle Lebensmittelhersteller und deren Produkte an der Reduktionsstrategie teilnehmen. Nur so kann das Lebensmittelangebot flächendeckend und langfristig verbessert werden.

Aus Sicht des vzbv reichen die freiwilligen Reduktionsmaßnahmen vor allem für den Bereich Lebensmittel mit Kinderoptik nicht aus. Bei dieser Produktgruppe besteht dringender und besonderer Handlungsbedarf. So weisen beispielweise Müsliriegel mit Kinderoptik die höchsten Zuckergehalte aller Müsliriegel auf – auch nach mehreren Jahren Reduktionsstrategie. Für Lebensmittel mit Kinderoptik braucht es schnellere Erfolge und strengere gesetzlichen Regelungen. Lebensmittel sollten nur dann an Kinder vermarktet werden, wenn sie die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Höchstmengen für Zucker, Salz und Fett für diese Produktgruppe nicht überschreiten. Julia Klöckner muss jetzt gemeinsam mit den Bundesländern zügig handeln. Der Zucker-, Salz- und Fettgehalt von Lebensmitteln mit Kinderoptik darf nicht weiter in Trippelschrittchen reduziert werden, es braucht umgehend ein Gesetz für gesunde Kinderlebensmittel.

 

Alles zum Thema: Gesunde Ernährung

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31.05.2021

Strenge Regeln für Zucker- und Fettbomben nötig

Lebensmittel mit Kinderoptik finden sich in praktisch jedem Supermarkt. Sie sind mit lustigen und mit bunten Bildchen, Tieren oder Comicfiguren geschmückt. Zwei Verbraucherbefragungen ergeben, dass die Mehrheit der Eltern und Großeltern solche Lebensmittel als manipulativ und gesundheitlich problematisch empfinden.
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Klaus Müller, Vorstand vzbv

Quelle: Corinna Guthknecht - vzbv

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Klaus Müller, Vorstand vzbv

Quelle: Corinna Guthknecht - vzbv

12.04.2021

Zucker- und Fettbomben werden auch weiterhin an Kinder vermarktet

Der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft hat seine Verhaltensregeln bei der an Kinder gerichteten Lebensmittelwerbung aktualisiert. Aus Sicht des vzbv führen die neuen minimalen Einschränkungen der Werbewirtschaft nicht dazu, die an Kinder gerichtete Vermarktung ungesunder Lebensmittel zu unterbinden. Daher fordert der vzbv die Bundesregierung auf, strengere gesetzliche Regeln auf den Weg zu bringen statt weiterhin auf freiwillige Selbstverpflichtungen zu setzen. Statement von Klaus Müller, Vorstand des vzbv.
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Puhimec - AdobeStock

Quelle: puhimec - adobestock.de

17.02.2021

Strenge Regeln für Kinderlebensmittel überfällig

Freiwillige Selbstverpflichtungen der Wirtschaft tragen nicht dazu bei, Kinder wirksam vor dem Marketing für unausgewogene Lebensmittel zu schützen. Das ist das Fazit des vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) beauftragten Berichts „Lebensmittel mit Kinderoptik und deren Bewerbung“.

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Pressefoto 6 Klaus Müller | Vorstand Verbraucherzentrale Bundesverband | Credit: vzbv - Gert Baumbach

Quelle: Gert Baumbach - vzbv

17.12.2020

Reduktionsstrategie braucht mehr Ambition und Transparenz

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat seinen Zwischenbericht zur Nationalen Reduktionsstrategie für weniger Zucker, Fett und Salz in Fertiglebensmitteln veröffentlicht. Als Mitglied im Begleitgremium ist auch die verbraucherpolitische Position des vzbv in den Zwischenbericht eingeflossen

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31.03.2021

vzbv kritisiert Leitsatzentwurf zu Erfrischungsgetränken

Die Lebensmittelbuch-Kommission will den bisher beschriebenen Zuckergehalt für Limonaden weniger verbindlich festschreiben. Hersteller von Limonaden, deren Getränke etwas weniger Zucker enthalten als viele der marktüblichen Limonaden, wird nahegelegt, ihre Produkte beispielsweise mit „weniger süß“ zu kennzeichnen.

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17.02.2021

Faktenblatt zum Marketing von Kinderlebensmitteln

Bunte Bildchen, Comics oder Sammelfguren: Viele Lebensmittel richten sich mit ihrer Aufmachung gezielt an Kinder. Zugesetzte Vitamine und Werbeslogans erwecken bei Eltern den Eindruck, die Lebensmittel seien speziell auf Ernährungsbedürfnisse von Kindern zugeschnitten. Dabei sind sie oft zu süß, zu salzig oder zu fettig.

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Pressefoto 4 Klaus Müller | Vorstand Verbraucherzentrale Bundesverband | Credit: vzbv - Gert Baumbach

Quelle: Gert Baumbach - vzbv

02.06.2020

Kindermarketing bei Lebensmitteln strenger regeln

In einem Gastbeitrag in der Fuldaer Zeitung vom 02.06.2020 fordert Klaus Müller, Vorstand des vzbv, eine strengere gesetzliche Regulierung von Lebensmitteln mit Kinderoptik.

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Urteile (2)
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04.05.2016

Werbung für mild gesalzene Maggi-Kindersuppen untersagt

Urteil vom 04.05.2016

Die Maggi GmbH darf nicht mehr mit der Aufschrift „Mild gesalzen“ für Kinder-Tütensuppen werben. Das hat das Oberlandesgericht Karlsruhe nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) entschieden. Der vzbv hatte die Werbung unter anderem kritisiert, weil sie den unzutreffenden Eindruck erwecke, die Suppe sei salzarm.

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Quelle: Gert Baumbach - vzbv

14.03.2016

Unzulässige Gesundheitswerbung für Alete Kinderpudding

Urteil vom 14.03.2016

Das Landgericht Frankfurt am Main hat der Nestlé Nutrition GmbH Gesundheitswerbung für den Kinderpudding „Alete Milch Minis“ untersagt. Damit gaben die Richter einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands statt. Dieser hatte die Aussagen „Zink für starke Knochen & gesundes Wachstum“ und „Calcium für starke Knochen“ auf der Verpackung kritisiert.

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Videos & Grafiken (2)
Umfrageergebnisse zu Obegrenzwerten für Fett, Zucker und Salz für Kinderlebensmittel

Quelle: vzbv 2019

23.01.2020

Infografik: Gesündere Regeln für Kinderlebensmittel

Verbraucherinnen und Verbaucher befürworten mehrheitlich Obergrenzen für Zucker, Fett und Salz bei Lebensmitteln, die sich in Aufmachung und Gestaltung an Kinder richten.

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27.01.2012

Konsumfalle Kinderlebensmittel | Audiobeitrag

Ein bunter Joghurt, ein spezielles Müsli oder eine "kindgerechte" Wurst: Viele Produkte richten sich speziell an Kinder und Kleinkinder. Ob diese Lebensmittel auch tatsächlich für sie geeignet sind, wurde auf dem Verbraucherpolitischen Forum auf der IGW heiß diskutiert.

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Termine (1)
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Quelle: vzbv

23.01.2020

Einfach gesünder? Ernährungspolitik in Deutschland auf dem Prüfstand

Die Reduktionsstrategie der Bundesregierung soll unser Essen gesünder machen und im kommenden Jahr soll der Nutri-Score als erweiterte, freiwillige Nährwertkennzeichnung starten. Alles auf dem richtigen Wege also in der deutschen Ernährungspolitik? Darüber will der vzbv beim Verbraucherpolitischen Forum auf der Internationalen Grünen Woche 2020 diskutieren.

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