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19.08.2020 > Pressemitteilung

Der Nutri-Score kommt – vorerst aber nur freiwillig

Statement von Klaus Müller, Vorstand des vzbv, zum Kabinettsbeschluss zur Einführung des Nutri-Score
Quelle: 
Gert Baumbach - vzbv

Das Bundeskabinett hat heute die erste Verordnung zur Änderung der Lebensmittelinformations-Durchführungsverordnung beschlossen. Mit der Verordnung wird die rechtliche Grundlage dafür geschaffen, das Nährwertkennzeichen Nutri-Score in Deutschland freiwillig zu verwenden. Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv), begrüßt den Beschluss grundsätzlich. Er fordert aber, Nutri-Score flächendeckend in Deutschland und darüber hinaus verbindlich in Europa einzuführen:

„Die Kennzeichnung mit Ampelfarben, erleichtert es Verbraucherinnen und Verbrauchern, gesünder einzukaufen. Das ist nachgewiesen und mit dem Nutri-Score wurde dies gut umgesetzt. Es gibt schon jetzt Lebensmittelunternehmen, die den Nutri-Score freiwillig auf ihren Produkten kennzeichnen. Sie gehen mit gutem Beispiel voran.

Die heutige Entscheidung des Bundeskabinetts ebnet den Weg für die freiwillige Einführung des Nutri-Score in Deutschland. Freiwilligkeit bedeutet aber erfahrungsgemäß, dass nicht alle Lebensmittelunternehmen mitmachen. Doch genau das ist notwendig: Der Nutri-Score muss flächendeckend auf allen Produkten zu finden sein. Verbraucher haben dann die Möglichkeit, Lebensmittel innerhalb einer Produktkategorie wie zum Beispiel Joghurts zu vergleichen und die für sie bessere Alternative auszuwählen.

Eine freiwillige Einführung des Nutri-Score in Deutschland ist zwar gut. Deutlich besser wäre es aber, ihn einheitlich und verbindlich einzuführen, und zwar europaweit. Gerade Maßnahmen, die eine gesunde Ernährung fördern und Übergewicht und Fehlernährung verhindern sollen, brauchen deutlich mehr Verbindlichkeit. Dafür muss sich die Bundesregierung im Rahmen ihrer EU Ratspräsidentschaft mit Leidenschaft einsetzen und die Versuche der Wirtschaft, den Nutri-Score zu verwässern, konsequent abwehren.“