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Frustrierter Mann vor dem Computer

Quelle: fizkes - 123rf

Datum: 02.12.2025

Fehlerhafte Bonitäts-Scores: Verbraucherzentrale fordert mehr Sorgfalt

Verbrauchermeldungen zu Auskunfteien: Daten für Bonitäts-Scoring sind nicht immer korrekt

Frustrierter Mann vor dem Computer

Quelle: fizkes - 123rf

  • Negative Bonität-Scores beruhen laut Verbrauchermeldungen teils auf falschen oder strittigen Daten
  • Schlechter Score kann Vertragsabschlüsse für Verbraucher:innen erschweren
  • vzbv: Auskunfteien müssen verpflichtet werden, die Richtigkeit der Daten sorgfältig zu kontrollieren

Nicht korrekte Daten zur Bonität können dazu führen, dass Verbraucher:innen einen zu schlechten Score erhalten. Das geht aus Meldungen zu Problemen mit Bonitäts-Scores und Wirtschaftsauskunfteien hervor, die der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) über einen Verbraucheraufruf gesammelt hat. Mit einem schlechten Bonitäts-Score können Verbraucher:innen schwerer Verträge schließen oder auf Rechnung kaufen. Der vzbv fordert daher, dass Auskunfteien gesetzlich verpflichtet werden, für die Richtigkeit ihrer Daten zu sorgen.

„Bonitäts-Scores, wie von der Schufa oder Creditreform, haben entscheidende Auswirkungen auf wichtige Bereiche des Lebens von Verbraucherinnen und Verbrauchern“, sagt Dorothea Mohn, Leiterin Finanzmarkt beim Verbraucherzentrale Bundesverband. „Es kommt laut Verbraucherbeschwerden immer wieder vor, dass negative Bewertungen auf falschen oder zumindest strittigen Daten beruhen. Die Bundesregierung sollte Auskunfteien dazu verpflichten, die Richtigkeit von Daten sicherzustellen. Der Aufwand, falsche Daten korrigieren zu lassen, kann sehr hoch sein. Am Ende haben Verbraucherinnen und Verbraucher das Nachsehen. Das darf nicht sein“, so Mohn.

Bonitäts-Scores: Verbraucher:innen berichten von Problemen

317 Meldungen von Verbraucher:innen schildern Probleme mit dem Bonitäts-Score. Der überwiegende Teil, nämlich 79 Prozent, meldet Probleme mit dem Schufa-Score. Verbraucher:innen gaben an, sie konnten nicht immer nachvollziehen, warum sie einen schlechten Score hatten. Negative Einträge beruhten aus ihrer Sicht zum Teil auf falschen oder strittigen Eintragungen von Unternehmen. Dazu zählten auch nicht existente Verträge oder mögliche Personenverwechslungen. 

Verbraucher:innen, die mit Auskunfteien in Kontakt traten, um solche Probleme zu übermitteln, äußerten sich mitunter unzufrieden mit der Kommunikation. Es sei teils schwierig gewesen, Hilfestellung zu erhalten.

vzbv fordert strengere Regeln für Auskunfteien

„Die gemeldeten Fälle legen nahe, dass es mühsam und langwierig sein kann, einen fehlerhaften Score zu korrigieren“, sagt Mohn. Es brauche daher nachvollziehbare Erklärungen der Scores und effektive Prüfprozesse. „Verbraucherinnen und Verbraucher müssen sich auf ein faires, transparentes und korrektes Bonitäts-Scoring verlassen können“, sagt Mohn. 

Hintergrund

Das Bonitäts-Scoring hat durchaus enormen Einfluss auf den Alltag von Verbraucher:innen. Ein schlechter Bonitäts-Score kann beispielsweise dazu führen, dass Verbraucher:innen vom Angebot bestimmter Finanzdienstleistungen oder bestimmter Vertrags- und Zahlungsarten ausgeschlossen werden. So können Kredite abgelehnt werden oder auch die Möglichkeit online auf Rechnung zu zahlen. Auch ein günstiger Mobilfunk- oder Stromvertrag lässt sich online nicht abschließen ohne erfolgreiche Bonitätsprüfung. Der bekannteste Bonitäts-Score wird durch die Wirtschaftsauskunftei Schufa berechnet. Auch andere Auskunfteien, wie Creditreform Boniversum oder CRIF, erstellen Auskünfte über die Bonität von Verbraucherinnen und Verbrauchern.

Methodik

Verbraucheraufruf zu Erfahrungen mit Bonitäts-Scorings: Die Rückmeldungen erfolgten über ein Online-Formular auf der Webseite der Verbraucherzentralen. Basis: 317 Meldungen von Verbraucher:innen. Erhebungszeitraum: 21. März bis 29. Oktober 2024.

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