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27.03.2020 > Pressemitteilung

„Rentenkommission für Verbraucher enttäuschend“

Statement von vzbv-Vorstand Klaus Müller zum heute vorgestellten Abschlussbericht der Rentenkommission
Quelle: 
Gert Baumbach - vzbv

Der heute vorgestellte Abschlussbericht der Rentenkommission ist aus Verbrauchersicht leider enttäuschend. Bei der privaten Altersvorsorge wird auf weitere Subventionen der Finanz- und Versicherungswirtschaft gesetzt. Die Kostenprobleme in der privaten Altersvorsorge werden zwar erkannt, aber alle Lösungsvorschläge dazu blieben auf halber Strecke stehen. Ein mutiger Neustart mit einem einfachen, kostengünstigen und für Verbraucher rentablen Basisprodukt wird erneut verpasst. Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), kommentiert:

„Die Ergebnisse der Rentenkommission sind enttäuschend. Es rächt sich, dass die Bundesregierung niemanden in die Kommission berufen hat, der vor allem die Interessen der Verbraucherinnen und Verbraucher vertreten hat.

Nach den schlechten Erfahrungen mit der Qualität heutiger Riester-Produkte brauchen wir nicht alten Wein in neuen Schläuchen, sondern einen mutigen Neustart. Wir brauchen nicht weitere Subventionen der Finanz- und Versicherungswirtschaft, die beim gegenwärtigen Riester-System ordentlich profitieren.

Die Kommission benennt zwar die Kosten-Problematik bei Riester, hat aber keinen guten Vorschlag zur Lösung des Problems. Die vorgeschlagene digitale Plattform für provisionsfreie Produkte und ein neuer Produktstandard werden Riester-Produkte für Verbraucher nicht wesentlich günstiger machen.

Nötig wäre stattdessen ein einfaches, kostengünstiges Basisprodukt, das eine Vorsorge auf Aktienbasis ermöglicht. Der vzbv hat mit der Extrarente einen guten Vorschlag vorgelegt. Hier steckt eine große Chance für gute Rentenpolitik. Meine Erwartung an die Bundesregierung ist, mehr Mut und Weitsicht aufzubringen als die Rentenkommission und bis zur Sommerpause einen verbraucherfreundlichen Gesetzentwurf vorzulegen.“