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22.10.2019 > Pressemitteilung

Lebensmittelkontrollen in Deutschland rückläufig

vzbv fordert Neuaufstellung der Lebensmittelüberwachung und mehr Transparenz über Kontrollen
Quelle: 
gerhard seybert – fotolia
  • Die Zahl der Lebensmittelkontrollen ist in der EU und auch in Deutschland deutlich zurückgegangen.
  • vzbv fordert eine Neuaufstellung der Lebensmittelüberwachung und mehr Transparenz.
  • Bundesernährungsministerin Julia Klöckner berät am Freitag, 25. Oktober, mit Länderministern.

Die Anzahl der Lebensmittelkontrollen in der EU ist laut einem aktuellen Bericht des Europäischen Verbraucherverbandes BEUC in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. In Deutschland sank die Gesamtzahl der Kontrollen zwischen 2007 und 2017 um 22 Prozent. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert Konsequenzen – auch vor dem Hintergrund des aktuellen Wurstskandals.

„Die Schwachstellen in der Struktur der Lebensmittelüberwachung sind seit Jahren bekannt. Dass Bund und Länder die Probleme bislang nicht behoben haben und gleichzeitig die Zahl der Kontrollen gesunken ist, ist ein Skandal für sich. In der Lebensmittelüberwachung in Deutschland muss sich dringend etwas bewegen“, sagt Klaus Müller, Vorstand des vzbv.

Lebensmittelüberwachung reformieren

Bund und Länder sollten die Organisation der Lebensmittelüberwachung reformieren und endlich für ausreichend Transparenz über die Ergebnisse der Lebensmittelüberwachung sorgen, um Lebensmittelskandale wie jenen um die Wurstfabrik Wilke künftig zu verhindern.

Dafür sind aus Sicht des vzbv folgende Maßnahmen zentral:

  • Die Verantwortung für die Lebensmittelüberwachung muss künftig bei den Bundesländern liegen.
  • Bund und Länder müssen für eine ausreichende Anzahl und Häufigkeit von Kontrollen sorgen.
  • Rückrufe belasteter Ware müssen schneller und umfassender erfolgen.
  • Die Onlineplattform www.lebensmittelwarnung.de muss zu einer zentralen Anlaufstelle für Verbraucher weiterentwickelt werden – auch im Krisenfall.
  • Bund und Länder müssen die rechtliche Grundlage für ein bundeseinheitliches Transparenzsystem schaffen. Die Kontrollberichte der Lebensmittelüberwachung müssen einschließlich einer leicht verständlichen Bewertung in Form eines „Hygienebarometers“ oder „Smileys“ kontinuierlich und verpflichtend veröffentlicht werden – im Internet und an den Türen von Restaurants, Kantinen und Geschäften. Das schafft einen enorm hohen Anreiz für Betriebe, dauerhaft korrekt und sauber zu arbeiten und hilft, Lebensmittelskandale zu verhindern. 

Der vzbv fordert Bundesernährungsministerin Julia Klöckner und die Länderminister auf, bei ihrem Treffen Ende der Woche klare Umsetzungsziele zu vereinbaren.

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