Skip to content Skip to navigation

15.06.2018 > Pressemitteilung

Einheitliche Nährwertampel muss kommen

Nur eine einheitliche Nährwert-Kennzeichnung ermöglicht eine Vergleichbarkeit von Produkten über alle Hersteller hinweg.
Initiative eines Unternehmens ist gut, eine einheitliche Lösung wäre besser
Quelle: 
billionphotos - fotolia.com
  • Der Lebensmittelhersteller Danone will in Deutschland eine Nährwertampel auf seinen Produkten einführen.
  • Der vzbv fordert eine einheitliche, farbliche Nährwertkennzeichnung auf allen verarbeiteten Lebensmitteln.
  • Bundesministerien Julia Klöckner muss den Weg für ein einheitliches farbliches Nährwertkennzeichnungssystem ebnen.

Der Lebensmittelhersteller Danone will in Deutschland im kommenden Jahr eine Nährwertampel für seine Produkte einführen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) begrüßt die farbliche Nährwertkennzeichnung als wichtige Orientierungshilfe, fordert aber zügig eine einheitliche Kennzeichnung. Nur diese ermöglicht eine Vergleichbarkeit von Produkten über alle Hersteller hinweg. 

„Die Initiative eines Unternehmens ist ein erster Schritt. Aber jetzt muss es weitergehen: Eine Einkaufshilfe ist die Nährwertampel für Verbraucherinnen und Verbraucher nur, wenn sie auf jedem verarbeiteten Lebensmittel zu finden ist. Andere Hersteller müssen nachziehen – aber nicht mit immer neuen Kennzeichnungen. Wir brauchen eine einheitliche Lösung“, sagt Sophie Herr, Leiterin Team Lebensmittel beim vzbv.  

Nährwertampel gibt Orientierung

Die Ampelfarben helfen Verbrauchern, die gesündere Alternative im Supermarkt zu wählen. Der vzbv fordert Bundesernährungsministerin Julia Klöckner deshalb auf, zügig eine einheitliche, farbliche Nährwertkennzeichnung auf der Produktvorderseite auf den Weg zu bringen. Diese solle sich auf 100 Gramm oder 100 Milliliter des jeweiligen Produkts beziehen. „Wichtig ist, dass eine solche Nährwertkennzeichnung unabhängig und wissenschaftlich basiert erarbeitet und ihre Wirksamkeit erprobt ist“, so Sophie Herr.

Auf Bundesebene kann die Bundesregierung die Nährwertkennzeichnung nur empfehlen, nicht verpflichtend einführen. Deshalb fordert der vzbv die Hersteller auf, sich einer solchen freiwilligen Kennzeichnung anzuschließen. Auf EU-Ebene solle sich Bundesministerin Klöckner für eine einheitliche verpflichtende Nährwertkennzeichnung stark machen, so der vzbv.

Erfahrungen mit freiwilligen farblichen Nährwertkennzeichnungen gibt es bereits in anderen europäischen Ländern: Frankreich nutzt das Nutriscore-Modell, das verschiedene Bestandteile wie Ballaststoffe oder Proteine verrechnet und das gesamte Lebensmittel anhand einer fünfstufigen Farbskala bewertet. Anders arbeitet die Nährwertampel in Großbritannien: Sie bewertet einzelne Nährwerte wie Zucker, Fett und Salz.