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13.09.2018 > Pressemitteilung

10 Jahre Finanzkrise: Viele Reformen - wenig Wirkung

vzbv fordert politischen Richtungswechsel am Finanzmarkt
Quelle: 
Fotolia - Stockfotopro
  • Die Finanzkrise hat ein Schlaglicht auf Verbraucherprobleme am Finanzmarkt geworfen.
  • Die Bundesregierung muss einen politischen Richtungswechsel einleiten.
  • Provisionsverbot und eine bessere private Altersvorsorge müssen in dieser Legislaturperiode kommen.

Im September 2018 jährt sich die Insolvenz der amerikanischen Lehman Bank – Sinnbild der internationalen Finanzkrise – zum zehnten Mal. Aus Sicht des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gehen viele der seitdem beschlossenen Reformen am Problem vorbei. Der vzbv fordert die Bundesregierung auf, einen politischen Richtungswechsel einzuleiten und ein Verbot von Provisionen und eine bessere private Altersvorsorge zügig umzusetzen.

„Die Finanzkrise hat gezeigt, was am Finanzmarkt für Verbraucher schief läuft. Zahlreiche Finanzprodukte sind komplex und überteuert, Risiken falsch bewertet und Berater sind Verkäufer. Verbessert hat sich seitdem wenig, aber vieles ist komplizierter geworden. Die Bundesregierung muss viel aktiver werden, um das Risiko von Vermögensschäden wirksam zu begrenzen“, sagt Klaus Müller, Vorstand des vzbv.

Schaden durch undurchsichtige Anlageprodukte

Die Insolvenz der US-Bank Lehman Brothers hat deutlich gemacht, dass vielen Verbrauchern von Banken, Sparkassen und Finanzvermittlern komplexe, riskante und teure Zertifikate verkauft wurden. Durch die Insolvenz wurden die Lehman-Zertifikate über Nacht wertlos. Der Fall hat damit die Spitze des Eisbergs offen gelegt: Banken verdienen am Verkauf von Produkten, nicht an guter Beratung. Trotz umfangreicher Regulierung auf nationaler und EU-Ebene hat sich die Qualität der Beratung zu Finanzanlagen bis heute nicht genug verbessert. „Die bisherigen Reformen gehen an den Problemen der Verbraucher vorbei. Der Finanzmarkt muss endlich vom Kopf auf die Füße gestellt werden. Ein Provisionsverbot und eine kostengünstigere und renditestärkere private Altersvorsorge  sind überfällig“, so Klaus Müller.

Altersvorsorgefonds einführen

Um die private Altersvorsorge zu verbessern und die Abhängigkeit von Verbrauchern vom Provisionsvertrieb zu verringern, setzt sich der vzbv für die Einführung eines Altersvorsorgefonds als einfaches und kostengünstiges Basisprodukt ein. Das Basisprodukt würde Verbrauchern den Zugang zum Kapitalmarkt ermöglichen, ohne dass dabei private Gewinninteressen bedient werden müssten.

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