Zugang zur ärztlichen Versorgung bedarfsgerecht steuern

Kind wird von einem Arzt untersucht

Quelle: pressmaster_123rf

Warum ist das für Verbraucher:innen wichtig?

Patient:innen benötigen einen niedrigschwelligen Zugang zur gesundheitlichen Versorgung, um im Krankheitsfall schnell die richtige Behandlung zu erhalten. Stattdessen ist die Versorgungsrealität geprägt von steigenden Wartezeiten, besonders bei Facharztterminen und in ländlichen Regionen, teils manipulativ gestalteten digitalen Terminvermittlungsplattformen und der Bevorzugung zahlungskräftiger Patientengruppen bei der Terminsuche.

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Drei von zehn

Patient:innen (30 Prozent) sind unzufrieden mit langen Wartezeiten auf Facharzttermine.1

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44 Prozent

der Nutzer:innen haben bereits negative Erfahrungen mit Online-Arztterminportalen gemacht. Gut die Hälfte der befragten Nutzer:innen (51 Prozent) begründete die Online-Buchung damit, dass eine telefonische Terminvereinbarung bei den Arztpraxen grundsätzlich nicht möglich war oder sie diese telefonisch nicht erreichen konnten.2

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70 Prozent

der Befragten, die eine telefonische Krankschreibung erhalten haben, mussten im Anschluss keine (Video-)Sprechstunde mehr in Anspruch nehmen. Arztpraxen konnten so um mehrere Millionen Patientenbesuche entlastet werden.3

Was steht im Koalitionsvertrag?

„Die ambulante Versorgung verbessern wir gezielt, indem wir Wartezeiten verringern, das Personal in ärztlichen Praxen entlasten und den Zugang zu Fachärztinnen und Fachärzten bedarfsgerecht und strukturierter gestalten. Die telefonische Krankschreibung werden wir so verändern, dass Miss- brauch zukünftig ausgeschlossen ist (…). Zu einer möglichst zielgerichteten Versorgung der Patientinnen und Patienten und für eine schnellere Terminvergabe setzen wir auf ein verbindliches Primärarztsystem bei freier Arztwahl (…) Die Primärärztinnen und Primärärzte oder die (…) 116 117 stellen den medizinisch notwendigen Bedarf für einen Facharzttermin fest und legen den dafür notwendigen Zeitkorridor (Termingarantie) fest. (…) Zudem schaffen wir die flächendeckende Möglichkeit einer strukturierten Ersteinschätzung über digitale Wege in Verbindung mit Telemedizin.“

Federführendes Ministerium: Bundesministerium für Gesundheit

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Was stärkt Verbraucher:innen?

  • Die Bundesregierung sollte geeignete Maßnahmen für ein bedarfsgerechtes, arbeitsteiliges Primärversorgungssystem ergreifen, das zeitnahe Termine zur Verfügung stellt, nicht aber den selbstbestimmten Zugang vom Geldbeutel abhängig macht. Ein verbindliches Primärarztsystem wäre kontraproduktiv.
  • Die Bundesregierung sollte sicherstellen, dass Patient:innen nicht-kommerzielle und analoge Alternativen zur kommerziellen, digitalen Terminvermittlung zur Verfügung stehen. Für kommerzielle Arztterminportale sollte sie verbraucherfreundliche Mindeststandards festlegen.
  • Die Bundesregierung sollte die telefonische Krankschreibung erhalten.

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Erläuterung zur Bewertung

Stark

Verbraucher:innen profitieren merklich von der politischen Entscheidung (oder der aktuelle Stand hat entsprechendes Potential). Die politische Entscheidung hat einen positiven Einfluss auf den Alltag der Verbraucher:innen. 

So lala

Verbraucher:innen profitieren nur wenig von der politischen Entscheidung (oder der aktuelle Stand hat entsprechendes Potential). Die politische Entscheidung hat weder einen ausgesprochen positiven noch negativen Einfluss auf den Alltag der Verbraucher:innen. 

Schwach

Verbraucher:innen profitieren nicht von der politischen Entscheidung oder sie verschlechtert ihre Stellung sogar (oder der aktuelle Stand hat entsprechendes Potential). Die politische Entscheidung hat einen negativen Einfluss auf den Alltag der Verbraucher:innen. 

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