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Eine Frau und ein Mann sitzen am Tisch im Wohnzimmer und blicken auf Rechnungen, die vor ihnen ausgebreitet sind; auf dem Schoß der Frau sitzt ein Baby.

Quelle: iStock - ArtistGNDphotography

30.07.2026

Was der „Citizens Omnibus“ für Verbraucher:innen bringen sollte

Mehr Alltagstauglichkeit und einfachere EU-Verbraucherrechte

Eine Frau und ein Mann sitzen am Tisch im Wohnzimmer und blicken auf Rechnungen, die vor ihnen ausgebreitet sind; auf dem Schoß der Frau sitzt ein Baby.

Quelle: iStock - ArtistGNDphotography

  • Citizens Omnibus soll den Binnenmarkt verbraucherfreundlicher machen
  • Konkrete Maßnahmen im Omnibus sollten Kosten und Alltagsaufwand senken
  • vzbv fordert klarere Regeln, weniger Bürokratie und stärkere Verbraucherrechte

Die Europäische Kommission plant mit dem sogenannten „Citizens Omnibus“, den europäischen Binnenmarkt zu vereinfachen. Aus Sicht des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) muss dabei vor allem eines im Mittelpunkt stehen: der Alltag der Verbraucher:innen. Ziel muss es sein, den Alltag von Millionen Menschen spürbar zu vereinfachen, durch klare Regeln, weniger Bürokratie und besser durchsetzbare Rechte.

Ramona Pop steht frontal, nah an der Kamera, vor einem roten Aufsteller des vzbv mit der Aufschrift "Stark für mich"

Quelle: © Plambeck / vzbv

Ramona Pop
Vorständin Verbraucherzentrale Bundesverband

Der private Konsum macht rund die Hälfte der Wirtschaftsleistung in der Europäischen Union aus. Wer Europas Wettbewerbsfähigkeit stärken will, muss deshalb auch Verbraucherinnen und Verbraucher stärken. Wenn Menschen beim Einkauf vor versteckten Preissteigerungen geschützt sind, sichere Produkte kaufen können und nicht in Kostenfallen bei Abonnements geraten, stärkt das ihr Vertrauen in den Markt und ihren Konsum. Ein starker europäischer Binnenmarkt braucht starke Verbraucherrechte.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband schlägt 40 Maßnahmen vor, um den Verbraucheralltag in Europa einfacher zu gestalten. Der Omnibus sollte insbesondere folgende Bereiche in den Blick nehmen:

Kündigung von Abonnements vereinfachen

Verbraucher:innen werden immer wieder durch automatische Verlängerungen in unerwünschten Abonnements gehalten. Ein EU-weiter Kündigungsbutton nach dem Vorbild der deutschen Regelung sowie klare Regeln für Vertragsverlängerungen würden unnötige Kostenfallen verhindern und den Binnenmarkt nutzerfreundlicher machen.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert EU-weit 

  • einen Kündigungsbutton mindestharmonisierend nach deutschem Vorbild
  • maximal einmonatige Kündigungsfristen bei automatischen Vertragsverlängerungen 
  • klare Zustimmung vor Umwandlung einer kostenfreien/kostengünstigen Probeabo in ein normales, kostenpflichtiges Abonnement 
  • grundsätzlich keine verpflichtende Angabe von Zahlungsdaten für kostenfreie Probeabonnements

Was würde das Verbraucher:innen nutzen? Weniger Kostenfallen, mehr Kontrolle über laufende Verträge und mehr Entscheidungsfreiheit.

Sicherheit von Produkten im Online-Handel sicherstellen

Verbraucher:innen müssen sich darauf verlassen können, dass Produkte auf Online-Marktplätzen den europäischen Sicherheitsstandards entsprechen. Plattformen sollten deshalb stärker in die Verantwortung genommen werden, damit unsichere Produkte gar nicht erst angeboten werden. 

Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert:

  • Betreiber von Online-Marktplätzen müssen sicherstellen, dass nur konforme Produkte verkauft werden

Was würde das Verbraucher:innen nutzen? Höherer Schutz vor gefährlichen Produkten und mehr Vertrauen beim Online-Shopping.

Versteckte Preiserhöhungen bei Lebensmitteln verhindern

Wenn Lebensmittel indirekt teurer werden, weil Verpackungen schrumpfen, der Preis aber gleichbleibt, ist das ein echtes Ärgernis für Verbraucher:innen. Eine Kennzeichnungspflicht für veränderte Füllmengen oder neue Zusammensetzungen würde solche versteckten Preiserhöhungen transparent machen.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert:

  • Pflicht zur klaren Kennzeichnung von veränderten Füllmengen oder Rezepturen bei gleichem oder steigendem Preis für mindestens sechs Monate

Was würde das Verbraucher:innen nutzen? Preistricks wären sofort erkennbar, was die Vergleichbarkeit von Produkten erhöht und für Käufer den persönlichen Aufwand beim Vergleich reduziert.

Cookie-Banner endlich abschaffen

Verbraucher:innen werden täglich mit Einwilligungs- und Trackingabfragen konfrontiert. Ein Verbot von Tracking und Profilbildung zu Werbezwecken würde nicht nur den Datenschutz stärken, sondern auch die ständige Verwaltung von Cookie-Bannern überflüssig machen und den digitalen Alltag deutlich vereinfachen.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert:

  • Tracking und Profilbildung zu Zwecken der Online-Werbung verbieten
  • Datensammlung zu Werbezwecken über Webseiten, Apps und Geräte verbieten

Was würde das Verbraucher:innen nutzen? Weniger Klickstress mit nervigen Cookie-Bannern, mehr Kontrolle über die eigenen Daten und einfachere Online-Erfahrung.

Krankschreibungen vereinfachen

Wer im EU-Ausland erkrankt, stößt häufig auf bürokratische Hürden bei der Anerkennung von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen. Ein europaweit einheitlicher Vordruck mit gegenseitiger Anerkennung würde Verfahren vereinfachen, unnötigen Aufwand vermeiden und die Freizügigkeit innerhalb Europas praktisch unterstützen.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert eine EU-weit:

  • einheitliche Krankschreibung
  • verpflichtende Anerkennung durch Arbeitgeber und Kassen

Was würde das Verbraucher:innen nutzen? Weniger Aufwand bei Krankheit im Ausland und schnelle, unkomplizierte Anerkennung.

Den Alltag vereinfachen

Den Alltag vereinfachen

Positionspapier | Mai 2026

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PDF | 387.98 KB

Der „Citizens Omnibus“ ist ein geplantes Gesetzespaket der Europäischen Kommission. Ziel der Europäischen Kommission ist es, den Binnenmarkt zu vereinfachen. Aus Sicht des Verbraucherzentrale Bundesverband sollte dabei vor allem der Alltag von Verbraucher:innen im Mittelpunkt stehen: durch klarere Regeln, weniger Bürokratie und besser durchsetzbare Rechte.

Verbraucher:innen erleben den europäischen Binnenmarkt und damit auch ihren Alltag immer wieder als kompliziert, beispielsweise aufgrund schwer verständlicher Verträge, aufwendiger Kündigungen oder durch Probleme bei grenzüberschreitenden Käufen. Aus Sicht des Verbraucherzentrale Bundesverbands sollten Hürden für Verbraucher:innen abgebaut werden, um den Binnenmarkt alltagstauglicher zu machen

Der Verbraucherzentrale Bundesverband kritisiert, dass bisherige Vereinfachungsinitiativen vor allem Unternehmen entlasten. Für Verbraucher:innen hingegen bleibt vieles kompliziert: unübersichtliche Verträge, schwierige Kündigungen oder hoher Aufwand bei der Einforderung ihrer Rechte. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hält deshalb einen Citizens Omnibus für dringend erforderlich. Die Initiative sollte darauf ausgerichtet sein, die alltägliche Marktteilnahme von Verbraucher:innen einfacher, verständlicher und durchsetzbarer zu machen: durch klarere und nutzerorientierte Regeln, weniger Verfahrenskomplexität, geringere Such-, Wechsel- und Durchsetzungskosten sowie einen besseren Zugang zu fairen, sicheren und bezahlbaren Angeboten.

 

Der Verbraucherzentrale Bundesverband schlägt 40 Maßnahmen vor, um den Verbraucheralltag in Europa einfacher zu gestalten. Der Omnibus sollte insbesondere folgende Bereiche in den Blick nehmen:

  • Digitalen Konsumalltag einfacher und sicherer machen
  • Verbraucherrecht einfacher gestalten
  • Gesunde Ernährung erleichtern
  • Mobilitätsplanung vereinfachen und Kosten senken
  • Alltagserleichterungen beim Einkaufen
  • Alltagserleichterungen in der Arztpraxis
  • Alltagserleichterungen im Finanzmarkt
  • Marktteilnahme im Energiesektor vereinfachen
  • Verbraucherschutz und Vorsorgeprinzip im internationalen Handel absichern

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Jochen Geilenkirchen

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Referent Geschäftsbereich Verbraucherpolitik

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