Datum: 16.07.2010

Kreditkarteninhaber haftet bei Diebstahl

urteile-vzbv-fotolia 45599622.jpg

Quelle: Gina Sanders - Fotolia.com

Urteil des AG Münster vom 16.07.2010 (61 C 389/10)

Link zum Urteil auf money-advice.net

Ein Kreditkarteninhaber trägt die volle Haftung bei missbräuchlicher Verwendung seiner Karte, wenn er sie absehbar an einem unsicheren Ort aufbewahrt, obwohl er über eine sichere Verwahrungsmöglichkeit verfügt. Er handelt somit grob fahrlässig und ist für den Schaden verantwortlich.

Ein Verbraucher hatte während eines Urlaubes seine Kreditkarte im Auto aufbewahrt und einen Strandbesuch unternommen. Die Karte war ihm entwendet und missbräuchlich eingesetzt worden. Gegen die Belastungsbuchung hatte er sich gewehrt und war anschließend vom Kreditkartenunternehmen auf Zahlung verklagt worden.

Das Gericht gab dem klagenden Unternehmen Recht. Da der Verbraucher seine Karte im Auto aufbewahrt habe, sei sein Handeln grob fahrlässig. Er habe stattdessen die Möglichkeit gehabt, die Karte im Hotel zu belassen, zumal er nach eigenen Angaben keine weiteren Einkäufe geplant habe und sowohl die Aufbewahrung im Auto als auch am Strand als unsicher anzusehen sei.

Hinweis

Weitere Urteile und Beschlüsse finden Sie im Volltext bei FIS money-advice.net.
FIS money-advice ist ein Projekt des IFF, mit dem das Datenbanksystem des IFF in eine "Informationskooperative zum Thema Social Finance" überführt werden soll.

Darin finden sich verschiedene Organisationen zu einer gemeinsamen Plattform zusammen, um Informationen aus Recht, Wirtschaft und Politik, die unmittelbar für den Umgang mit Finanzdienstleistungen relevant sind, zugänglich zu machen.

Mitglieder der Kooperative sind Verbraucherorganisationen, Forschungsinstitute, Money Advice Organisationen, staatliche Stellen sowie internationale Organisationen. Die Redaktion des Systems liegt beim IFF Hamburg.

Weitere Informationen