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17.07.2018 > Pressemitteilung

Robo Advice: Digitale Geldanlage muss besser werden

Digitale Geldanlage - Fotolia.com: NicoElNino
Verbraucher müssen sich auf Qualität verlassen können
Quelle: 
Fotolia.com: NicoElNino
  • vzbv fordert: Gesetzliche Regelungen müssen konkretisiert werden. BaFin braucht mehr Kontrollbefugnisse.
  • Robo Advice muss zu tatsächlicher digitaler Beratung weiterentwickelt werden.
  • vzbv veröffentlicht Positionspapier.

Verbraucherinnen und Verbraucher müssen sich auf die Qualität algorithmenbasierter Entscheidungen in Fragen der Geldanlage grundsätzlich verlassen können. Dafür bedarf es klarer gesetzlicher Regelungen und einer strengen Aufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Das fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) in einem aktuellen Positionspapier zu Robo Advice.

„Verbraucher müssen sich auf Qualitätsstandards bei den Anlagevorschlägen verlassen können. Und sie müssen nachvollziehen können, was Algorithmen bei der Geldanlage wie entscheiden. Sonst kaufen sie die digitale Katze im Sack“, so Dorothea Mohn, Leiterin Team Finanzmarkt beim vzbv.

Robo Advice keine Beratung

Neben der analogen Beratung bei Produktanbietern oder unabhängigen Beratern stehen Verbrauchern neuerdings auch digitale Angebote zur Verfügung. Auf Grundlage einer standardisierten Abfrage von Kundenmerkmalen bieten Robo Adviser automatisierte Anlageempfehlungen oder Portfoliosteuerungen an, die ausschließlich auf Algorithmen basieren.

„Robo Advice ist keine Beratung sondern standardisierte Geldanlage. Das Ansinnen der meisten Angebote ist Produktverkauf. Dazu werden Verbrauchern Standardlösungen von häufig zweifelhafter Qualität angeboten“, so Mohn. Entscheidend sei, dass die Digitalisierung der Finanzberatung eine bessere Regulierung des Beratungsprozesses als Ganzes möglich mache. Statt einzelne Berater müsse lediglich der Algorithmus richtig reguliert und beaufsichtigt werden.  

Konkretere Gesetzliche Regelungen nötig

„Die BaFin braucht mehr gesetzliche Befugnisse zur Kontrolle von Algorithmen“, fordert Mohn. „Es geht nicht um meterlange Programmcodes, sondern um die Wirkung für Verbraucher und wie Robo Advice-Anbieter die Wirkung erklären.“ Hier bedürfe es konkreterer gesetzlicher Vorgaben zur Abfrage der persönlichen Kundeneigenschaften, zur Information von Verbrauchern sowie Mindestanforderungen an die Qualität der Vorschläge.

Weiterentwicklung von Robo Advice möglich

Aus Sicht des vzbv sollte Robo Advice zu einer tatsächlichen Beratung weiterentwickelt werden. „Langfristig kann Robo Advice, entsprechende Entwicklungen im Bereich künstlicher Intelligenz vorausgesetzt, auch eine vollwertige Beratung bieten“, so Mohn. „Vor allem braucht der Markt aber unabhängige Anbieter, die Technologie nicht zum Produktverkauf nutzen wollen.“

Robo Advice ist nur ein Aspekt der Digitalisierung von Finanzberatung. Auch in der klassischen analogen Beratung kommen heute Algorithmen zur Anwendung, die das Ergebnis der Beratung bestimmen. Der Unterschied ist, dass in der persönlichen Beratung ein Berater die Software bedient, beim Robo Advice sind es Verbraucher selbst.

Das Positionspapier finden Sie im Download-Bereich.

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