Umstieg auf Glasfaser verbraucherfreundlich gestalten

Techniker installiert Glasfaserkabel

Quelle: tongpatong321-123rf

Warum ist das für Verbraucher:innen wichtig?

Ein leistungsfähiger Internetzugang ist Voraussetzung für eine aktive gesellschaftliche Teilhabe. Ob privat, beruflich oder im Kontakt mit den Behörden – kaum eine Alltagssituation ist unabhängig von digitalen Anwendungen. Umso wichtiger ist es, dass alle Menschen in Deutschland Zugang zu zuverlässiger und bezahlbarer Internetversorgung haben, auch bei einem Technologiewechsel auf Glasfaser.

Mehr als

4400

Beschwerden wurden im Jahr 2025 in den Verbraucherzentralen zum Internetzugang via Glasfaser erfasst. Im Vergleich zum Vorjahr ist bei der Anzahl der erfassten Beschwerden zum Thema Glasfaser ein Anstieg von mehr als 50 Prozent zu beobachten.1 

Insgesamt betreffen

10 Prozent

aller eingehenden Verbraucherbeschwerden den Telekommunikationsmarkt.2

61 Prozent

der Haushalte ohne Glasfaservertrag sind derzeit nicht an einem Wechsel interessiert. 74 Prozent von ihnen reicht die derzeitige Internetleistung aus. Von den Haushalten mit einem Glasfaseranschluss berichten mehr als ein Viertel (27 Prozent) von Problemen beim Ausbau (Verzögerungen, Bauschäden, Probleme bei der Anschlussfreischaltung).3 

Was steht im Koalitionsvertrag?

„Wir streben ein Konzept für markt- und verbraucherfreundliche Migration von Kupfer- auf Glasfasernetze an.“

Federführendes Ministerium: Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung

Begonnen / teilweise umgesetzt
Referentenentwurf

Was stärkt Verbraucher:innen?

  • Verbraucher:innen müssen auf der neuen digitalen Infrastruktur die Auswahl zwischen mehreren Anbietern haben. Die Bundesregierung sollte den Wettbewerb auf der Glasfaserinfrastruktur gesetzlich absichern.
  • Die Umstellung darf nicht zu unangemessenen Kostensteigerungen für Privathaushalte führen. Anbieter müssen ihre Tarifbeschreibungen transparent und verständlich gestalten.
  • Bei der Umstellung sollte die Bundesregierung Versorgungskontinuität durch die Anbieter sicherstellen.
  • Die Beschleunigung des Ausbaus darf nicht auf Kosten der Qualität gehen. Die ausbauenden Unternehmen müssen sicherstellen, dass die Leitungen fachgerecht verlegt werden.

Bewertung

1 Jahr

Es ist positiv, dass das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) Zugangsrechte zu Glasfaserleitungen für Drittanbieter verbindlich vorsieht und damit die Anbieterwahlfreiheit stärken möchte. Die geplante gesetzliche Klarstellung, dass das Sonderkündigungsrecht bei Umzügen auch dann gilt, wenn am neuen Wohnort bereits ein leitungsgebundener Telekommunikationsvertrag besteht, ist ausdrücklich zu begrüßen. Auch die beabsichtigte Verpflichtung zur Vorlage von transparenten Abschaltplänen und ein faires Abschaltkonzept sind notwendig und sinnvoll. Das Glasfaserbereitstellungsentgelt ist abzuschaffen, statt zu erhöhen. Mit diesem können Vermieter einen Teil der Kosten für den Einbau von Glasfaserleitungen auf ihre Mieter:innen umlegen. Die Kosten des Glasfasereinbaus müssen fair verteilt werden.

Bewertung: Stark

Erläuterung zur Bewertung

Stark

Verbraucher:innen profitieren merklich von der politischen Entscheidung (oder der aktuelle Stand hat entsprechendes Potential). Die politische Entscheidung hat einen positiven Einfluss auf den Alltag der Verbraucher:innen. 

So lala

Verbraucher:innen profitieren nur wenig von der politischen Entscheidung (oder der aktuelle Stand hat entsprechendes Potential). Die politische Entscheidung hat weder einen ausgesprochen positiven noch negativen Einfluss auf den Alltag der Verbraucher:innen. 

Schwach

Verbraucher:innen profitieren nicht von der politischen Entscheidung oder sie verschlechtert ihre Stellung sogar (oder der aktuelle Stand hat entsprechendes Potential). Die politische Entscheidung hat einen negativen Einfluss auf den Alltag der Verbraucher:innen. 

Nicht begonnen

Eine Bewertung ist noch nicht möglich.

Quellennachweis

  • 1

    Die Auswertungen der Beschwerdestatistik basieren auf der Vorgangserfassung der Verbraucherzentralen (ohne NRW) in den insgesamt rund 200 Beratungsstellen in Deutschland. Die Vorgangserfassung stellt die statistische Erfassung aller Verbraucheranliegen dar, die im Rahmen der institutionellen Verbraucherarbeit an die Verbraucherzentralen herangetragen werden. Direkte Rückschlüsse auf die Häufigkeit des Vorkommens bestimmter Verbraucherprobleme in der Gesamtbevölkerung sind daraus jedoch nicht ableitbar. Beschwerden, die die Verbraucherzentralen erreichen, repräsentieren nur einen Bruchteil der tatsächlichen Verbraucherprobleme, da sich nicht alle betroffenen Verbraucher:innen an ihre Verbraucherzentrale wenden.

  • 2

    ebd.

  • 3

    Haushaltsrepräsentative Telefonbefragung (9. bis 11. März 2026) von forsa im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands. Basis: 1.001 Personen ab 18 Jahren, die über die Auswahl des Internetanbieters im Haushalt entscheiden oder mitentscheiden. Statistische Fehlertoleranz: max. ± 3 Prozentpunkte in der Gesamtstichprobe