Datum: 27.04.2015

Mitverschulden der Bank bei Überziehung von Guthabenkonten

Urteil des AG Köln vom 27.04.2015 (142 C 3/14)

urteile-vzbv-fotolia 45599622.jpg

Quelle: Gina Sanders - Fotolia.com

Lässt eine Bank die Überziehung eines Guthabenkontos zu, ist ihr ein Mitverschulden in Höhe von 50 Prozent im Schadensersatzfall bei Kontokündigung anzurechnen.

Das AG Köln hat der Klage einer Bank auf Ausgleich einer Kontoüberziehung nur teilweise stattgegeben. Der Kunde hatte ein Guthabenkonto eröffnet, bei dem Überziehung oder Dispokredit gerade nicht gewünscht sind. Die Bank hatte Überziehungen zugelassen, die durch Barabhebungen an Geldautomaten entstanden waren. Sie hatte später keine weiteren Verfügungen mehr zugelassen, das Konto schließlich gekündigt und auf Ausgleich des Kontos geklagt.

Das Gericht hat der Bank ein fünfzigprozentiges Mitverschulden zugewiesen, so dass der ehemalige Kunde die Hälfte des ausstehenden Saldos (zuzüglich einiger Kontoführungsentgelte) zu begleichen hatte. Beim Guthabenkonto wird gerade kein Dispokredit vereinbart und es sollen auch keine Überziehungen zugelassen werden. Dadurch, dass die Bank jedoch die Überziehung zuließ, sei sie ihrer Schadensminderungspflicht nicht nachgekommen. Daher sei der von ihr verlangte Betrag um die Hälfte zu mindern.

Weitere Informationen