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23.12.2010 > Urteil

Lufthansa muss volle Service-Gebühr in Flugpreis einrechnen

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Gina Sanders – fotolia.com

LG Köln vom 23.12.2010 (31 O 384/10)

Eine Fluggesellschaft muss im Internet Flugpreise angeben, die eine anfallende Service-Gebühr in voller Höhe enthalten. Ermäßigungen, die nur für bestimmte Zahlungsarten gelten, darf sie nicht herausrechnen. Mit diesem Urteil gab das Landgericht Köln einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gegen die Deutsche Lufthansa statt.

Die Airline verlangte für die Flugbuchung im Internet eine "Ticket Service Charge" von 15 Euro bei Zahlung per Kreditkarte. Die Gebühr ermäßigte sich auf 10 Euro, wenn der Kunde sich für die Zahlung per Paypal oder elektronischer Lastschrift entschied. In den Ticketpreis für den gesuchten Flug rechnete Lufthansa nur die reduzierte Servicegebühr ein.

Diese Preisangabe verstößt gegen europäisches Recht, entschied das Landgericht Köln. Die EU-Verordnung für Luftverkehrsdienste verlange die Angabe der regelmäßigen Kosten. Indem Lufthansa die Preise von vornherein nur mit der ermäßigten Gebühr angebe, mache sie die Ausnahme zur Regel. Wenn sie je nach Zahlungsart unterschiedliche Preise verlangt, dürfe die Fluggesellschaft nicht allein den niedrigsten Preis angeben, um im Preisvergleich besser dazustehen - zumal ein großer Teil der Kunden mit Kreditkarte zahlt und daher die Ermäßigung gar nicht bekommt.

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