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20.12.2011 > Urteil

Irreführende Werbung für Toilettenpapier als besonders umweltfreundlich

Quelle: 
Gina Sanders – fotolia.com

OLG Nürnberg vom 20.12.2011 (3 U 1463/11)

Ein Supermarkt darf ein Toilettenpapier nicht als „besonders umweltfreundlich“ bewerben, nur weil es zu 100 Prozent aus Frischzellstoff ohne Chlorbleiche hergestellt wird. Das hat das Oberlandesgericht Nürnberg nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gegen den Discounter Netto entschieden.

Die Richter schlossen sich der Auffassung des vzbv an, dass die Werbung irreführend sei. Ein Großteil der angesprochenen Verbraucher verstehe die Werbung so, dass nur die Verwendung von Frischzellstoff beim Herstellungsprozess  den Einsatz von Chlorbleiche verhindert und deshalb das Toilettenpapier die Bewertung als „besonders umweltfreundlich“ verdient. Das sei aber nicht der Fall. Wie der Discounter vor Gericht einräumen musste, wird auch bei aus Altpapier recyceltem Toilettenpapier auf Chlorbleiche verzichtet.  Recyclingpapier habe zudem den Vorteil, dass keine Rohstoffe zur Gewinnung des Frischzellstoffs benötigt werden. Es sei daher nicht gerechtfertigt, das Produktionsverfahren mit Frischzellstoff als „besonders umweltfreundlich“ zu bezeichnen.

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