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19.04.2007 > Urteil

Geringere Haftung bei Anlageberatung unter Freunden

Quelle: 
Gina Sanders – fotolia.com

Urteil des BGH, Karlsruhe vom 19.04.2007 (III ZR 75/06)

Link zum Urteil auf money-advice.net

An eine im Familienkreis stattfindende Beratung bezüglich einer Geldanlage sind nicht dieselben Maßstäbe anzulegen wie an eine professionelle Anlageberatung. Im vorliegenden Fall hatte der Onkel der Klägerin für diese einen Betrag von 100.000 € in Aktien angelegt, wobei er am Gewinn beteiligt war. Nachdem zunächst erhebliche Gewinne erzielt werden konnten, sank der Wert der Aktien auf 2000 € ab. Im Gegensatz zu einer professionellen Anlageberatung, bei der der Berater umfassende Informationen über die finanziellen Möglichkeiten, das Anlageziel sowie die Risikobereitschaft des Anlegers einzuholen hat, kann sich der Anleger bei Beratungen im Familienkreis in der Regel nicht auf eine überdurchschnittliche "Geschäftserfahrung" des Beratenden verlassen und daher eine über Allgemeinwissen hinausgehende Beratung nicht erwarten. Vielmehr muss der Anleger seine finanzielle Situation selbst einschätzen und sich gegebenenfalls selbst informieren oder Nachfragen stellen. Dies gilt auch, wenn, wie in diesem Fall, der Anleger nur über äußerst beschränkte Kenntnisse des Börsen- und Finanzmarktes verfügt, der Beratende aber eine Banklehre absolviert hat.

Hinweis

Weitere Urteile und Beschlüsse finden Sie im Volltext bei FIS money-advice.net.
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