Datum: 23.09.2015

VW-Skandal: Verlierer sind die Verbraucher

vzbv fordert auch von der Bundesregierung schnelles Handeln im Sinne der Verbraucher

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Quelle: Sven Krautwald - fotolia.com

„Verbrauchertäuschung ist kein Kavaliersdelikt. Klar ist, dass Volkswagen gefordert ist, umfassend aufzuklären. Aber auch Bundeskanzlerin Merkel und Verkehrsminister Dobrindt müssen die Verbraucherinteressen in den Vordergrund stellen. Bisher wurde die deutsche Automobilindustrie von der Politik und Behörden mit Samthandschuhen angefasst. Mit Blick auf eine weltweit erfolgreiche Branche wurden Grenzwerte zu wenig ambitioniert ausgestaltet und die Festlegung eines neuen Prüfverfahrens verzögert. Und noch schlimmer, die Einhaltung gesetzlicher Grenzwerte wurde bislang offenbar gar nicht kontrolliert –  auf Kosten der Umwelt, aber auch der Verbraucher, wie der VW-Skandal zeigt“, sagt Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv).

Die Bundesregierung und die EU müssen Prüfverfahren und Autos in Zukunft stärker kontrollieren und regulieren. Bei anderen Produkten, wie Elektrogeräten, werden Energieverbrauchsangaben stichprobenartig durch Marktüberwachungsbehörden kontrolliert. Dies solle auch bei dem hochinvestiven Konsumprodukt Auto selbstverständlich sein. Der vzbv fordere seit langem behördliche Nachtests sowie Ergänzungen der Labortest.

Sollten auch Käufer von Fahrzeugen in Deutschland betroffen sein, stelle sich auch hierzulande die Frage nach Schadensersatz. „Verbraucher würden dann zweifach getäuscht: Zum einen wollen sie mit einem „sauberen Diesel“ ein umweltverträgliches Auto erwerben. Zum anderen kaufen sie deutsche Autos, weil sie Qualität schätzen und dafür tief in die Tasche greifen“, so Müller. Zivilrechtliche Instrumente wie die in den USA gängige Sammelklage existieren in Deutschland nicht. „Volkswagen muss, um Vertrauen zurückzugewinnen, jeden betroffenen Verbraucher von Schäden freistellen. Dafür muss das Unternehmen entweder alle betroffenen Fahrzeuge nachrüsten oder Betroffenen einen individuellen Anspruch auf Nachrüstung zugestehen", so Müller. 

In Autos sind schon heute mehr als 80 digitale Steuerungsgeräte eingebaut. Beim VW-Skandal handelt es sich um die erste bekannt gewordene digitale Manipulation am Auto. „Es besteht dringender Handlungsbedarf. Software und ihre Programmierung im Auto müssen offengelegt werden. Es muss nachvollziehbar sein, welche Programme am Auto, welche Funktionen haben und wie programmiert sind. Die jeweiligen Leistungsbeschreibungen müssen hierüber Verbrauchern Auskunft geben“, fordert Müller. Für Fachleute müssten die Algorithmen offengelegt werden. Denn nur wer die Algorithmen verstünde, könne die Auswirkungen der Digitalisierung der Autos nachvollziehen. Hier müssten die Hersteller für Transparenz sorgen und auch rechtlichen Vorgaben folgen.

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