Datum: 11.12.2008

Sprache darf nicht verwirren oder ausgrenzen

vzbv-Veranstaltung "Denglisch oder was?"

Pressemitteilung

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In der Diskussion um die Rolle und Bedeutung der deutschen Sprache hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) gefordert, die Verständlichkeit der Sprache zum Thema zu machen. "Die Verständlichkeit von Gebrauchsanweisungen, von Hinweisen an Flughäfen oder Bahnhöfen oder Antragsformularen in Behörden ist ein Thema für die Verbraucherpolitik", meint Vorstand Gerd Billen. Sprache müsse lebendig sein, vor allem aber verständlich. Niemand dürfe durch Sprache oder deren Unverständlichkeit ausgegrenzt werden. Mit der Veranstaltung "Denglisch oder was?" will der Verbraucherzentrale Bundesverband heute dazu einen Anstoß geben.

Als Negativbeispiel nannte Billen die zunehmende Durchsetzung der Werbung mit englischen oder "denglischen" Werbesprüchen - obwohl viele Konsumenten diese überhaupt nicht verstehen. Missverständnisse und Unverständlichkeit der Werbung, von Produktinformationen oder Gebrauchsanweisungen seien die Folge. Billen: "Eine sprachliche Ausgrenzung von Verbrauchern ist mit dem Anspruch eines informierten und verantwortlich handelnden Konsumbürgers nicht vereinbar." Die Verständlichkeit der Sprache sei Grundvoraussetzung für eigenverantwortliche Konsumentscheidungen. Unverständliche Warnhinweise oder Rechtsvorschriften könnten gar gefährlich sein.

"Gerade Politiker, Medienvertreter und die Werbebranche sollten mit gutem Beispiel vorangehen", meint Billen. Zum einen, um ihre Kunden nicht zu verlieren, zum anderen um Bürger und Verbraucher nicht auszugrenzen. Vor allem die Bundesregierung soll die von ihr veröffentlichten Texte in verständlicher Sprache abfassen und als Vorbild wirken. "Floskelhaftes Kauderwelsch, Sprechblasen, Fachchinesisch und Denglisch müssen vom Rednerpult des Bundestages verbannt werden", meint Billen. Es müsse untersucht werden, in welchen Lebensbereichen bereits heute eine "sprachliche Ausgrenzung" stattfindet. Auch sei es notwendig, etwa Gebrauchsanleitungen oder Verpackungshinweise bei Lebensmitteln, die nach bestehender Rechtslage verständlich und in deutscher Sprache verfasst sein müssen, auf ihre Tauglichkeit hin zu untersuchen.

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