Datum: 29.08.2008

Preiserhöhung der Deutschen Bahn AG: Der falsche Schritt zur falschen Zeit

Plus 3,9 Prozent und "Bedienzuschlag": Die Kunden wären bedient

Pressemitteilung

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Als Affront gegen die eigenen Kunden bezeichnet der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) den heute von der Deutschen Bahn AG angekündigten "Bedienzuschlag" und die zum Dezember angekündigten Preiserhöhungen. "Gewinn gestiegen, Preise weiter rauf! - diesen Zusammenhang kennen wir von den Energiekonzernen", kommentiert vzbv-Vorstand Gerd Billen die Preiserhöhungen.

Heute hat die Deutsche Bahn angekündigt, die Bahnpreise zum 14. Dezember dieses Jahres um durchschnittlich 3,9 Prozent zu erhöhen. Für den Kartenverkauf am Schalter und am Telefon soll ein "Bedienzuschlag" von 2,50 Euro erhoben werden. Besonders kritisch sieht der Verbraucherzentrale Bundesverband den angekündigten Bedienzuschlag. "Damit wären die Kunden im wahrsten Sinne des Wortes bedient!", sagt Billen. Über 40 Prozent der Fahrkarten werden derzeit am Schalter und am Telefon verkauft. "Diese Vertriebswege massiv zu verteuern, widerspricht ganz klar den Kundenwünschen", sagte Gerd Billen. "Es geht nicht an, dass die Deutsche Bahn AG alle Kunden extra zur Kasse bittet, die einen personenbedienten Verkauf wünschen - und in vielen Fällen auch benötigen."

Gewinne rauf, Preise noch weiter rauf

Am 18. August 2008 hatte die Deutsche Bahn AG ein hervorragendes Betriebsergebnis für das erste Halbjahr 2008 vorgelegt. Demnach hat sich vor allem der Personenverkehr auf der Schiene besonders gut entwickelt, weil die Nachfrage infolge der hohen Preise für Benzin und Diesel erheblich gestiegen ist. Die Deutsche Bahn AG hat im 1. Halbjahr 2008 um 2,6 Prozent mehr Fahrgäste transportiert als im Vergleichszeitraum 2007. Die gestiegenen Fahrgeldeinnahmen haben aber nicht dazu geführt, dass die Deutsche Bahn AG das Angebot ausgeweitet hat. Im Gegenteil: Die gefahrenen Zugkilometer sind im gleichen Zeitraum sogar um 0,7 Prozent zurückgegangen.

Angesichts von Klimawandel und Rohstoffknappheit brauchen die Verbraucher heute mehr denn je ein gutes und erschwingliches Angebot im Bahnverkehr. "Es ist an der Zeit, mit günstigen Preisen und einem verbesserten Angebot noch mehr Menschen für den Zug zu gewinnen", fordert vzbv-Vorstand Gerd Billen. "Für die Deutsche Bahn AG scheinen im Moment nicht die Erwartungen der Verbraucher im Vordergrund zu stehen, sondern die Erwartungen des Aktienmarktes im Vorfeld des geplanten Börsengangs."

Ansprechpartner

Michaela Schröder

Leiterin Team Recht und Handel
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