Datum: 11.04.2014

eCall: Notruf muss staatliche Aufgabe bleiben

EU-Parlament stimmt über Notrufsystem für Fahrzeuge ab

Pressemitteilung

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Das automatische Notrufsystem für Fahrzeuge „eCall“ kann Leben retten. Am 15. April 2014 stimmt das EU-Parlament darüber ab, ob dieses System für alle Fahrzeuge in der EU ab 2015 verpflichtend wird. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert die Europaabgeordneten auf, gegen die Verordnung  zu stimmen. Zu viele Fragen sind noch offen.

Holger Krawinkel, Leiter des Geschäftsbereichs Verbraucherpolitik beim vzbv kritisiert, dass neben dem öffentlichen 112-eCall-Dienst auch private eCall-Dienste zugelassen werden: „Notfallrettung ist eine originäre Aufgabe des Staates und darf nicht in private Hände geraten. Ein Notruf muss ein Notruf bleiben und direkt bei 112 ankommen.“

Auch hinsichtlich des Datenschutzes äußert der vzbv Bedenken. „Verbraucherinnen und Verbraucher müssen wissen, wer die Daten erhebt, erfasst, weitergibt und speichert. Maximale Sicherheit ist auch bei der Installation der SIM-Karte unerlässlich. Daten dürfen auf keinen Fall von außen abgefangen werden können“, sagt Krawinkel. Beim öffentlichen eCall werden die Grundsätze des Datenschutzes von den Datenschutzbeauftragten überprüft. Beim privaten eCall ist der Verbraucher darauf angewiesen, die Bedienungsanleitung genau zu studieren.

Aus Verbrauchersicht sind zu viele technische Fragen offen. Auch die Gesamtkosten für den Einbau im Auto, den Ausbau der digitalen Infrastruktur  und die Umrüstung der Notrufzentralen sind in der Höhe ungeklärt.

eCall kann Leben retten

Ein einheitliches Rettungssystem für den Verkehr auf europäischen Straßen ist sinnvoll. Der automatische Notruf eCall (kurz für emergency call) verständigt bei einem Unfall sofort die zuständigen Rettungsdienste und minimiert so die Zeit bis zur medizinischen Versorgung der Opfer. Nach Angaben der EU-Kommission könnte die neue Technik europaweit bis zu 2.500 Todesopfer pro Jahr verhindern.

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