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28.04.2016 > Pressemitteilung

Werbung für Finanzanlagen im Grauen Kapitalmarkt oft missverständlich

Werbung für Finanzanlagen im Grauen Kapitalmarkt oft missverständlich
Marktwächter-Untersuchung weist Defizite nach
Quelle: 
Bancerowski

Werbung für Produkte des Grauen Kapitalmarktes ist oft intransparent. Die Art der Geldanlage und damit verbundene Risiken bleiben für Verbraucher häufig unklar. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Verbraucherzentrale Hessen im Rahmen des Projekts Marktwächter Finanzen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert klarere Regeln für die Werbung für Anlagen im Grauen Kapitalmarkt.

Seit Jahren ist der Graue Kapitalmarkt eines der Sorgenkinder im Finanzmarkt: Seine Produkte, wie beispielsweise Wald- oder Solarinvestments, sind meist kaum oder gar nicht reguliert. Nicht selten gerät die Anlage in Schieflage und es kommt für Verbraucher zu Verlusten.

Positive Darstellung verführt zu riskanten Investitionen

„Viele Verbraucher, die am Grauen Kapitalmarkt investieren, glauben ihr Geld in einer sicheren Anlage gut aufgehoben – nicht zuletzt weil die Anbieter ein zu vorteilhaftes Bild von den Produkten zeichnen“, sagt Jutta Gelbrich, Vorstand der Verbraucherzentrale Hessen. „Verbraucher erleiden teilweise hohe Verluste mit Investitionen in Produkte des Grauen Kapitalmarktes. Dieser Tatsache wird der Marktwächter im Grauen Markt weiter auf den Grund gehen“, so Gelbrich weiter.

Risiken oftmals verschleiert 

Im Untersuchungszeitraum Oktober/November 2015 hat das Marktwächter-Team der Verbraucherzentrale Hessen insgesamt 91 Werbeanzeigen für Produkte des Grauen Kapitalmarktes – Print- und Onlinewerbung – auf ihre Transparenz überprüft. In 77 Fällen wurden die Vorteile der Geldanlage einseitig hervorgehoben. Risiken werden häufig zwar erwähnt, aber nicht angemessen dargestellt. „Vier von fünf Produkten scheiterten schon an diesem Kriterium der Prüfung“, sagt Wolf Brandes, Teamleiter Marktwächter Finanzen bei der Verbraucherzentrale Hessen.

Ein weiteres Ergebnis: Knapp die Hälfte der untersuchten Werbungen enthielt keinen Hinweis auf Risiken wie beispielsweise Wertschwankungen, die bei Investitionen im Grauen Kapitalmarkt grundsätzlich bestehen. Wenn die Werbung einen solchen Hinweis enthielt, war dieser oft versteckt, in kleiner Schrift oder stark verklausuliert. „Bei einigen Angeboten war nicht einmal erkennbar, um was für eine Art von Kapitalanlage es sich handelte oder in welches konkrete Produkt investiert werden sollte“, kritisiert Brandes.

Werbung für risikoreiche Anlagen grundsätzlich regulieren 

Dorothea Mohn, Leiterin Team Finanzmarkt beim vzbv, bewertet angesichts der Untersuchungsergebnisse: „Produkte des Grauen Kapitalmarktes dürfen aktuell nahezu uneingeschränkt beworben werden. Da es sich um Anlageformen mit besonderen Risiken handelt, sollte zumindest die Art der Bewerbung so geregelt sein, dass Missverständnisse ausgeschlossen sind. Bei stärker regulierten Geldanlagen ist klar vorgeschrieben, dass beispielsweise neben den Vorteilen einer Anlage auch die Nachteile verhältnisgleich zu erläutern sind. Solche Vorgaben sind für Produkte des Grauen Kapitalmarktes umso wichtiger.“ Mohn weist zudem auf die Folgen hin, die eine einseitige und irreführende Werbung am Grauen Kapitalmarkt haben kann. „Missverständliche Anzeigen erzeugen bei Verbrauchern falsche Vorstellungen über die Anlage und können zu Fehlinvestitionen verleiten.“

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