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17.08.2007 > Pressemitteilung

vzbv fordert Abschaffung der CE-Kennzeichnung

Gerd Billen: "Gefährliche Scheinsicherheit für Verbraucher"
Quelle: 
pure-life-pictures - fotolia.com

Im Kampf gegen gefährliche Produkte fordert der vzbv eine bessere Ausstattung und Koordinierung der Marktüberwachung sowie die Abschaffung der CE-Kennzeichnung. "Die Bundesregierung und die Länder stehen in der Pflicht eine effektive Marktüberwachung zu schaffen. Präventive Kontrollen müssen sicherstellen, dass gefährliche Produkte aus dem Verkehr gezogen werden, bevor sie beim Verbraucher landen", sagte Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes.

Giftige Zahnpasta, vergiftetes Tierfutter, bleihaltiges Spielzeug, brennende Akkus und schmorende Toaster - Produkte aus Fernost bergen vielfältige Gefahren für Verbraucher. Obwohl viele dieser Produkte gegen Verbraucherrechte und Sicherheitsstandards verstoßen, kommen sie hier auf den Markt, weil die Kontrollsysteme nicht funktionieren. "Die Mittelkürzungen in der Überwachung laufen veränderten globalen Warenströmen zuwider", sagt Billen. "Die dadurch entstehenden gefährlichen Sicherheitslücken sind nicht länger hinnehmbar." Die personelle und finanzielle Ausstattung der Marktüberwachungsbehörden wurde in den vergangenen Jahren immer weiter abgebaut.

Um die Verfahrensabläufe im föderalen System zu beschleunigen und ein Höchstmaß an Verbraucherschutz zu gewährleisten, fordert der vzbv ein bundesweit einheitliches Marktüberwachungskonzept. "Insbesondere sind verbindliche Standards für die Kontrolldichte auf Länderebene erforderlich", fordert Billen. Zudem müsse eine zentrale Meldestelle eingerichtet werden, um gefährliche Produkte schnellstmöglich anzeigen zu können.

Absurd: EU will CE-Kennzeichnung aufwerten und GS abschaffen

Der vzbv fordert darüber hinaus die Bundesregierung auf, sich auf EU-Ebene für eine Abschaffung der CE-Kennzeichnung einzusetzen. "Die CE-Kennzeichnung bringt Verbrauchern keinen Mehrwert, sondern führt zu einer gefährlichen Scheinsicherheit", sagt Gerd Billen. Die CE-Kennzeichnung werde von Verbrauchern oftmals irrtümlich als Sicherheitszeichen wahrgenommen, obwohl nur in Ausnahmefällen Produkte von einer unabhängigen Prüf- und Zertifizierungsstelle geprüft werden. Hinzu kommt, dass die CE-Kennzeichnung auf Produkten aus China häufig gefälscht ist. Nach Ansicht des vzbv ist es daher geradezu gefährlich, sich auf die CE-Kennzeichnung zu verlassen.

Massiv kritisiert der vzbv die Pläne der EU-Kommission zur Aufwertung der CE-Kennzeichnung. Wenn es nach dem Willen der EU-Kommission geht, droht parallel dazu in Deutschland die Abschaffung des GS-Zeichens. "Es ist absurd, dass Verbrauchern eines der wenigen Label genommen werden soll, das wirklich etwas über die Sicherheit des Produkts aussagt", sagte Gerd Billen zu den EU-Plänen. Im Gegensatz zum CE-Kennzeichnung steht "GS" wirklich für geprüfte Sicherheit und signalisiert Verbrauchern, dass eine Sicherheitsprüfung stattgefunden hat.

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