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30.11.2016 > Pressemitteilung

Verbraucher zählen, Verbraucher wählen

Der vzbv stellt seine Kernforderungen zur Bundestagswahl 2017 vor
Quelle: 
MK-Photo - fotolia.com
  • vzbv fordert, wirksamen Verbraucherschutz in den Wahlprogrammen der Parteien zu verankern.
  • Verbraucher brauchen mehr Sicherheit und Vertrauen in die Zukunft und in verbraucherpolitische Entscheidungen. 
  • Zu den Kernforderungen des vzbv zählen eine effiziente private Altersvorsorge, bezahlbare Kranken- und Pflegeversicherungen sowie eine strenge Kontrolle von Algorithmen, also der Verarbeitung von im Netz gesammelten Nutzerdaten.

„Mit gutem Verbraucherschutz fühle ich mich sicher“ – dieser Aussage stimmen laut einer repräsentativen vzbv-Umfrage 93 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher zu. Das zeigt: Die Politik kann der Verunsicherung der Verbraucher mit gutem Verbraucherschutz aktiv etwas entgegensetzen. „Starker Verbraucherschutz kann dafür sorgen, dass Verbraucher sich sicher auf den Märkten bewegen können und das Vertrauen in Politik und Wirtschaft steigt“, so Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv).

Aus Verbrauchersicht stehen die wichtigsten Punkte für die Wahlprogramme fest, das zeigt eine aktuelle Umfrage von KantarEmnid im Auftrag des vzbv. Vier von fünf Befragten finden eine Entlastung bei der Kranken- (85 Prozent) und Pflegeversicherung (83 Prozent) wichtig, kostengünstige Angebote für eine private Altersvorsorge (80 Prozent) haben ebenso einen hohen Stellenwert. 80 Prozent finden, dass es keine Zweiklassengesellschaft im Internet geben darf.

Die Verantwortung zur Lösung dieser Probleme sehen die Verbraucher, unabhängig vom Ausgang der Wahl, klar bei der Politik – diese Auffassung teilen 81 Prozent der Befragten. Allerdings vertrauen nur 19 Prozent der Verbraucher darauf, dass die Politik zu wirksamem Verbraucherschutz beiträgt.

Entlastung bei Pflege- und Krankenversicherung

Der vzbv setzt sich unter anderem dafür ein, die Gesetzliche Krankenversicherung zu gleichen Teilen durch Verbraucher und Arbeitgeber zu finanzieren. Zukünftige Ausgabensteigerungen müssten paritätisch von den Arbeitgebern mitgetragen werden. Momentan können Mehreinnahmen nur durch Zusatzbeiträge erzielt werden, die ausschließlich die Verbraucher an ihre Krankenkasse zahlen.

Kostengünstige private Altersvorsorge

Weil Verbraucher nicht mehr allein auf die gesetzliche Rente bauen können, besteht auch bei der Altersvorsorge dringender Handlungsbedarf. Die Idee eines Standardproduktes zur Altersvorsorge, das sich durch geringe Kosten und eine wertpapierbasierte Anlage auszeichnet, überzeugt. Eine öffentliche Institution verwaltet das Kapital ohne Gewinninteressen, sodass mehr bei den Sparern ankommt und weniger für Werbung ausgegeben wird. Der vzbv setzt sich für die schnelle Umsetzung eines solchen staatlich garantierten Non-Profit-Anlageprodukts ein.

Keine Diskriminierung in der digitalen Welt

In der digitalen Welt müssen Verbraucher vor Diskriminierung geschützt werden, die zum Beispiel auch durch intransparente Verarbeitung von Daten bei der Internetnutzung entsteht. Wenn Algorithmen entscheiden, wer was wann zu welchem Preis einkaufen kann, wer bestimmte Informationen, welchen Versicherungstarif, Studienplatz oder Job erhält, kann das zu handfesten Nachteilen für Verbraucher führen. Hier braucht es nachvollziehbare Regeln und eine entsprechende Aufsicht durch Behörden.

15 Kernforderungen zur Bundestagswahl 2017

Insgesamt adressiert der vzbv fünfzehn Kernforderungen an die Politik. Neben einer fairen Verteilung der Kosten der Energiewende fordert der vzbv auch unter anderem das Verbot der provisionsbasierten Finanzberatung, die Fortführung der Marktwächter, den Ausbau von Verbraucherklagerechten und die Einführung eines staatlichen Tierschutzlabels. Der vzbv versteht sich als Stimme der Verbraucher und wird sich im Jahr 2017 dafür einsetzen, dass die Themen der Verbraucherinnen und Verbraucher politische Priorität erhalten und die vorgestellten Lösungsansätze umgesetzt werden. Ziel ist, den Verbraucherschutz zu stärken und dafür die Politik zu gewinnen.

Mehr zur Studie finden Sie in den angehängten Dokumenten. Die Infografiken stehen ebenfalls zum Download zur Verfügung. Bitte mit Quellenangabe verwenden: Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

Dieser Artikel wurde am 15.02.2017 aktualisiert.

Damit Verbraucher das Meiste von ihrem Geld haben:
 

  • Verbrauchern eine effiziente Altersvorsorge ermöglichen: ein Non-Profit-Altersvorsorgeprodukt einführen
  • Verbraucher bedarfsgerecht beraten: Provisionen in der Finanzanlagenberatung und bei Finanzvergleichsportalen verbieten
  • Mehr Kostengerechtigkeit für Verbraucher bei der Energiewende durchsetzen: sinkende Rohstoff- und Großhandelspreise für Strom und Gas an die Verbraucher weitergeben
  • Verbraucher an der Energiewende beteiligen: energetische Sanierungsmaßnahmen steuerlich fördern
  • Gesetzlich Krankenversicherte vor steigenden Kosten schützen: zur paritätischen Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung zurückkehren
  • Pflegebedürftige Verbraucher finanziell entlasten: Pflegeversicherungsleistungen regelmäßig anpassen

Damit der Verbraucheralltag einfacher wird:
 

  • Verbrauchern einen schnellen Internetzugang ermöglichen: flächendeckende Breitbandversorgung bis 2018 mit mindestens 10 Megabit sicherstellen
  • Verbraucher beim vernetzten und automatisierten Fahren schützen: Regeln festlegen und gesellschaftliche Debatte initiieren
  • Verbraucher vom Freihandel profitieren lassen: Goldstandards für Verbraucherschutz im Freihandel schaffen
  • Verbrauchern zu dem Geld verhelfen, das ihnen zusteht: Musterverfahren zur verbindlichen Feststellung von Zahlungsansprüchen einführen
  • Verbrauchererfahrungen bei der Marktbeobachtung berücksichtigen: Marktwächter finanziell stabilisieren und ausbauen

Damit Verbraucher selbstbestimmt entscheiden können:
 

  • Verbraucher vor Diskriminierung in der digitalen Welt schützen: Bewertungskriterien für Verbraucher offenlegen, Algorithmen für Aufsichtsbehörden nachvollziehbar machen
  • Verbrauchern zu mehr Vertrauen beim Lebensmitteleinkauf verhelfen: staatliches Tierwohllabel einführen
  • Verbraucher beim nachhaltigen Konsum unterstützen: Staatliche Mindestanforderungen für sozial und ökologisch verantwortungsvolle Produktion etablieren
  • Verbraucher von klein auf fit für den Alltag machen: das Kooperationsverbot abschaffen und Verbraucherbildung fördern

Downloads

Verbraucherschutz schafft Sicherheit, Sicherheit schafft Vertrauen | Verbraucherpolitische Kernforderungen des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) zur Bundestageswahl 2017
Trendreport Verbraucherpolitik | Hauptergebnisse der Studie von Kantar Emnid im Auftrag des vzbv | Oktober 2016
Infografik: Verbraucherschutz schafft Sicherheit | Trendreport Verbraucherpolitik 2016 | Oktober 2016
Infografik: Wahl 2017 Top-Verbraucherthemen | Trendreport Verbraucherpolitik 2016 | Oktober 2016