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11.08.2011 > Pressemitteilung

Sonderprüfung bei Ergo: Finanzaufsicht soll Öffentlichkeit informieren

vzbv fordert Ausweitung der Untersuchung
Quelle: 
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Die Finanzaufsicht Bafin soll die Ergebnisse ihrer Sonderprüfung beim Ergo-Konzern wegen des Verdachts auf Betrug bei Betriebsrenten öffentlich machen. Dazu hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) Exekutivdirektorin Gabriele Hahn in einem Schreiben aufgefordert. Die Aufsicht soll außerdem kontrollieren, ob und wie Ergo die am 3. August in Aussicht gestellten Maßnahmen umsetzt. Darüber hinaus fordert der vzbv, die Untersuchung auszuweiten. "Das Vertrauen in die Branche ist erschüttert. Auch andere Anbieter müssen auf den Prüfstand, um Klarheit zu schaffen, wer seriös am Markt agiert und wer nicht", so Vorstand Gerd Billen. Die Aufforderung an die Bafin erfolgt im Rahmen der Initiative Finanzmarktwächter.

Die Vorkommnisse beim Ergo-Konzern lassen das Vertrauen in die kapitalgedeckte Altersvorsorge weiter schwinden. "Die Reaktionen auf unsere Strafanzeige zeigen, dass nicht nur bei ERGO-Kunden Angst und Unsicherheit herrscht", so Billen. Eine transparente Aufklärung durch unabhängige staatliche Stellen auch bei anderen Versorgungsträgern sei dringend erforderlich. Grundlage für die geforderte Veröffentlichung der Prüfungsergebnisse ist das Informationsfreiheitsgesetz. Danach hat jeder gegenüber den Behörden des Bundes einen Anspruch auf Zugang zu amtlichen Informationen.

Initiative Finanzmarktwächter

Die private Altersvorsorge ist ein Arbeitsschwerpunkt der Initiative Finanzmarktwächter. Der Fall Ergo ist ein drastischer Beleg für provisionsgeleitete Missstände im Vertrieb von Altersvorsorgeprodukten, denen die Finanzaufsicht sorgfältig nachgehen muss.

Massiv gegen Misstände

Die Arbeit der Verbraucherzentralen dient als wichtiger Sensor für Mängel und Missstände im Finanzmarkt. Diese Funktion gilt es durch zusätzliche Ressourcen auszubauen und die Prozesse zu institutionalisieren. Als Finanzmarktwächter könnten die Verbraucherzentralen unter anderem der staatlichen Finanzaufsicht Impulse geben, unseriöse Geschäftspraktiken gegenüber privaten Anlegern, Kreditnehmern und Versicherten zu erkennen. Die Initiative Finanzmarktwächter der Verbraucherzentralen soll im laufenden Jahr das Potential einer solchen Einrichtung aufzeigen. Die Aktion wird vom vzbv und allen 16 Verbraucherzentralen getragen.

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