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30.09.2013 > Pressemitteilung

Rätselraten bei tierischen Zutaten

Vegetarisch oder vegan: Klare Kennzeichnung erforderlich
Quelle: 
pure-life-pictures - fotolia.com

Verbraucherinnen und Verbraucher wollen klar erkennen können, ob Lebensmittel vegetarisch oder vegan sind. Zahlreiche Anfragen an das Portal lebensmittelklarheit.de zeigen, dass das nicht immer einfach ist. Anlässlich des Weltvegetariertags am 1. Oktober fordern der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und die Verbraucherzentralen die Schaffung von klaren Rechtsvorschriften, damit jeder frei wählen kann.

Immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher wollen sich vegetarisch oder sogar vegan ernähren. Laut Vegetarierbund Deutschland sind mittlerweile rund sieben bis acht Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland Vegetarier, also sechs Millionen Menschen. Die Lebensmittelwirtschaft reagiert auf diese Entwicklung mit Produkten, die anscheinend oder tatsächlich auf Fleisch und tierische Produkte verzichten. Begriffe wie „veggie“ sorgen aber nicht zwangsläufig für mehr Klarheit am Markt. In einer nicht repräsentativen Umfrage auf lebensmittelklarheit.de gingen rund 45 Prozent der Teilnehmer bei der Bezeichnung „veggie“ davon aus, dass nur pflanzliche Zutaten im Produkt enthalten sind. 47 Prozent hingegen meinen, dass zwar kein Fleisch oder Fisch Bestandteil sei, sehr wohl aber Milch und Eier.

Beschwerden bei lebensmittelklarheit.de

Die Beschwerden bei lebensmittelklarheit.de belegen die Verunsicherung der Verbraucherinnen und Verbraucher: So bestehen manche Gemüsefrikadellen aus einer nicht unerhebliche Menge Geflügelfleisch, einige Kartoffelchips enthalten tierische Fette. Solange ein Produkt nicht ausdrücklich als vegan gekennzeichnet ist, muss der Verbraucher mit Zutaten tierischen Ursprungs rechnen. Nicht immer sind diese aber auf den ersten Blick zu erkennen.

Klare Rechtsvorschriften notwendig

Die repräsentative Verbraucherbefragung des Projekts Lebensmittelklarheit zeigte Anfang 2013, dass rund 32 Prozent der befragten Personen Angaben darüber vermissen, ob ein Lebensmittel für Vegetarier oder Veganer geeignet ist. Die Verbraucherzentralen fordern den Gesetzgeber auf, für klare Rechtsvorschriften zu sorgen. Auf verarbeiteten Lebensmitteln muss erkennbar sein, ob sie Bestandteile tierischer Herkunft enthalten und welcher Art sie sind, zum Beispiel Eier, Milch und Fleisch. Ein rechtlich verbindliches (Leit-)Siegel sollte analog zum EU-Bio-Siegel klar definiert sein.

Das Projekt Lebensmittelklarheit wird durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) bis Ende 2014 gefördert.

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