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26.11.2008 > Pressemitteilung

Nanotechnologien: Zustimmung an Bedingungen geknüpft

Verbraucher stehen Nano positiv gegenüber, fordern aber einen verantwortungsvollen Umgang mit Risiken und mehr Information
Quelle: 
pure-life-pictures - fotolia.com

Zu diesem Ergebnis kommt eine heute vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv)veröffentlichte Studie "Nanotechnologien: Was Verbraucher wissen wollen". Kritisch sehen die Verbraucher den Einsatz von Nanopartikeln vor allem in Lebensmitteln, Kosmetika und Textilien.

In dieser Woche legt die Nano-Kommission der Bundesregierung ihren Abschlussbericht vor. Der Verbraucherzentrale Bundesverband, Mitglied der Kommission, appelliert an die Bundesregierung, die Arbeiten der Nano-Kommission weiterzuführen. Zum Einsatz von Nanomaterialien in Verbraucherprodukten fordert der vzbv eine Intensivierung der Risiko-Forschung, eine Zulassungs- und Kennzeichnungspflicht für Nanoprodukte sowie mehr Transparenz über potentielle Chancen und Risiken. "Die Verbraucher dürfen nicht zum Testballon potentiell riskanter Technologien werden", betont Vorstand Gerd Billen. Es müsse sichergestellt werden, dass Nanoprodukte für die Gesundheit der Verbraucher, aber auch für die Umwelt dauerhaft unbedenklich seien.

Große Potentiale vor allem in der Umwelt- und Energietechnik
Nach Ansicht des Verbraucherzentrale Bundesverbandes sollte der öffentliche Diskurs über Chancen und Risiken der Nanotechnologie intensiviert werden und durch eine umfassende Risiko- und Technologiefolgenforschung begleitet werden. Billen: "Die Zukunft der Nanotechnologien liegt weniger in verbrauchernahen Produkten, sondern vielmehr in Bereichen, die zur Lösung drängender Zukunftsfragen geeignet sind, etwa der Umwelt- und Energietechnik." Die Forderungen werden durch die Ergebnisse der heute vorgelegten Studie gestützt, wonach die Einstellung gegenüber Innovationen positiv ist. Mehr als die Hälfte der befragten Verbraucher geht davon aus, dass die Nanotechnologien einen Innovationsschub bedeuten.

Studie zeigt: Trotz Unwissenheit positive Einstellung zu Nano
Die Ergebnisse der vom Verbraucherzentrale Bundesverband in Auftrag gegebenen Studie belegen, dass die Einstellung der Verbraucher zu Nanotechnologien generell positiv ist. 64 Prozent beschreiben ihre Einstellung als positiv, nur fünf Prozent haben eine negative Einstellung. Die Einstellungsmuster variieren jedoch stark in Abhängigkeit der Anwendungsbereiche. Verbraucher sind vor allem dann kritisch, wenn Nanopartikel in Lebensmitteln, Kosmetika und Textilien eingesetzt werden. 87 Prozent der für die Studie interviewten Verbraucher äußerten Ängste vor negativen gesundheitlichen Effekten. "Die positive Grundstimmung könnte rasch schwinden und die Vermittlung der Chancen der Nanotechnologien zunehmend schwieriger werden, wenn die Forschung und die Kommunikation weiterhin der rasanten Produktentwicklung hinterherhinken", befürchtet Billen.

Neue Verbraucherbroschüre zum Thema: Wissen, was drin ist:
Ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass Verbraucher aktiv informiert werden möchten. Auch die Verbraucherverbände sehen sich hier in der Pflicht. Einen Beitrag zur Aufklärung leistet der Verbraucherzentrale Bundesverband zusammen mit den Verbraucherzentralen mit einer neuen Verbraucherbroschüre zum Thema Nanotechnologien. Darin wird auf verständliche Art und Weise erklärt, was Nanotechnologien eigentlich sind, warum die Unterscheidung zwischen freien und fest eingebundenen Nanopartikeln wichtig ist und in welchen Bereichen Verbraucher schon heute in Kontakt mit diesen Technologien kommen können. Die Broschüre ist kostenfrei in allen Beratungsstellen der Verbraucherzentralen erhältlich. Weitere Informationen zum Thema enthält auch die Bildungsplattform www.verbraucherbildung.de. Sie bietet Anregungen für Lehrer, die mit ihren Schülern über die Chancen und Risiken de Nanotechnologien diskutieren wollen.

Studie und Broschüre finden Sie im Download.

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