Skip to content Skip to navigation Logo Verbraucherzentrale Bundesverband

25.06.2014 > Pressemitteilung

Mehr Kontrolle bei Finanzberatungen

vzbv fordert besseren Schutz von Verbrauchern bei Empfehlungen zu Geldanlagen und Versicherungen
Quelle: 
pure-life-pictures - fotolia.com

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz stellte heute eine Studie vor, die die Qualität von Beratungsprotokollen zu Geldanlagen und Versicherungen evaluiert. Protokollierte Beratungen sind für Versicherungen seit dem Jahr 2007 und für Geldanlagen seit 2010 gesetzlich vorgeschrieben, doch ihre Qualität lässt laut Studie zu wünschen übrig – zum Nachteil der Verbraucher. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert eine Standardisierung der Protokolle zusammen mit einer engmaschigeren staatlichen Aufsicht und Durchsetzung der gesetzlichen Anforderungen.

Der vzbv setzt sich für weitere Maßnahmen ein, um den Nutzen der Beratungsprotokolle und damit auch die Qualität von Finanzberatungen zu erhöhen. „Bisherige Regelungen zum Beratungsprotokoll erfüllen ihren Zweck nicht. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass es von Anfang an gravierende Defizite bei den Beratungsprotokollen gab, die sich seit ihrer Einführung nicht verbessert haben“, kritisiert Dorothea Mohn, Teamleiterin Finanzen beim vzbv.

 

Schon im Zuge der Einführung der Protokollierungspflicht von Beratungen zu Geldanlagen hatte sich der vzbv für eine Standardisierung eingesetzt und deutlich gemacht, dass ohne entsprechende Vorgaben die Protokolle nicht den Anlagerschutz erzeugen, den der Gesetzgeber beabsichtigte. Der Gesetzgeber habe seine Spielräume, nicht genutzt, um die Protokolle vernünftig auszugestalten, so Mohn.

 

Mit der Veröffentlichung der Studie wird einmal mehr deutlich, dass die Beratungsprotokolle häufig mangelhaft sind und in den meisten Fällen gar nicht ausgehändigt werden. Produktempfehlungen werden nicht dokumentiert oder nicht begründet, Gesprächsinhalte unvollständig wiedergegeben, Notizen sind für Verbraucher nicht verständlich oder unübersichtlich gestaltet. Es muss aber sichergestellt werden, dass alle wichtigen Gesprächsinhalte und Verbraucherangaben erfasst und berücksichtigt werden. Insbesondere muss die Anlageempfehlung nachvollziehbar begründet werden, fordert der vzbv.

 

Der vzbv fordert Sanktionen für fehlende oder mangelhafte Protokollierungen durch Finanzberater: „Die Kontrollen der BaFin müssen ausgeweitet werden. Wer kein Protokoll führt oder eines, das seinen Zweck nicht erfüllt, muss Sanktionen fürchten. Die Beratungsprotokolle müssen endlich ihren Zweck erfüllen“, fordert Mohn.

Weitere Informationen