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12.12.2016 > Pressemitteilung

Marktwächterwarnung: Inkasso-Abzocke via SMS

Marktwächterwarnung: Inkasso-Abzocke via SMS
Betrüger auf neuen Wegen: Inkassofirmen nutzen Handynummern, um Geld zu machen.
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fotolia.com/L_waelkhali

Im Frühwarnnetzwerk des Marktwächters Digitale Welt liegen zunehmend Beschwerden von Verbrauchern vor, die via SMS von Inkassofirmen unter Druck gesetzt werden. Die Masche dahinter ist nicht neu: Täglich erhalten unzählige Verbraucher dubiose Inkassorechnungen per E-Mail oder Post. Mit der SMS nutzen die Betrüger jetzt einen zusätzlichen Weg, um an das Geld ahnungsloser Verbraucher zu kommen.

Verbraucher beschweren sich beispielsweise über Anbieter wie TRC Telemedia, Aveverte oder Limetra. Aktuell melden Verbraucher, dass sie von diversen Inkassobüros via SMS unter Druck gesetzt werden, die beispielsweise in Petersberg oder Prag sitzen. Aber wie kommen die Akteure eigentlich an die privaten Telefonnummern? Die Recherchen der Marktwächterexperten fanden folgendes Beispiel heraus: Es wird eine Zeitungsannonce für erotische Hördienstleistungen oder ein Gewinnspiel inseriert. Sobald der Interessent die dort angegebene Nummer mit seinem Mobiltelefon anruft, speichern die Unternehmen die Telefonnummer des Verbrauchers aufgrund der Rufnummernübertragung. Schon kurze Zeit später erhält dieser via SMS eine Inkassorechnung für angeblich genutzte Dienste. Meist wird dabei ein Betrag von 90 Euro verlangt. In manchen Fällen sind die Rechnungssummen höher.

Vermutlich hohe Dunkelziffer

„Wir gehen davon aus, dass viele Betroffene die geforderte Summe einfach überweisen, weil sie dem konsequent ausgeübten Druck der Inkassofirmen nicht standhalten. Uns bekannte Fälle zeigen, dass die Drohungen der Unternehmen auch eine immense seelische Belastung für die oftmals älteren Verbraucher darstellen. Die Dunkelziffer der Opfer ist also vermutlich deutlich höher als die Zahl der bisher gemeldeten Fälle", erklärt Per Prins, Referent für Telekommunikation im Team Marktwächter Digitale Welt der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein.

Hartnäckiges Problem

Trotz der zahlreichen Verbraucherhinweise und der staatsanwaltlichen Ermittlungen konnten die Betrüger noch nicht gestoppt werden. „Das Einzige, was aktuell getan werden kann, um Verbraucher vor solchen Machenschaften zu schützen ist, sie über neue Betrugsformen aufzuklären", so Prins. „Wir warnen deshalb nachdrücklich vor dieser neuen Masche."

Die verbraucherzentralen helfen

Verbraucher, die zweifelhafte Zahlungsaufforderungen von einer Inkassofirma erhalten haben, können sich an die Verbraucherzentralen in ihrer Nähe wenden.

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