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11.10.2019 > Pressemitteilung

Lebensmittelskandale: Politische Konsequenzen ziehen

Wurst. Foto: contrastwerkstatt - Adobe Stock
Verbraucherzentralen fordern, Missstände in der Lebensmittelüberwachung zu beheben
Quelle: 
contrastwerkstatt - Adobe Stock
  • Der Skandal um mit Listerien belasteter Wurst zeigt einmal mehr die Probleme in der Lebensmittelüberwachung.
  • Dass weiterhin nicht vollständig geklärt ist, wohin alle Wurst-Chargen geliefert wurden, ist inakzeptabel.
  • Lebensmittelüberwachung muss schlagkräftiger, die Information der Verbraucher schneller werden.

Der aktuelle Skandal um mit Listerien belastete Wurst und der große Rückruf von verunreinigter Milch verunsichern Verbraucherinnen und Verbraucher. Der Wurstskandal zeigt einmal mehr: Die Strukturen der Lebensmittelüberwachung reichen nicht aus, um Missstände in Lebensmittelbetrieben zeitnah zu beheben und die Sicherheit von Verbrauchern zu gewährleisten. Die Verbraucherzentralen und der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordern zügig politische Konsequenzen.

„Der aktuelle Wurstskandal legt erneut die Schwachstellen in der Lebensmittelüberwachung offen. Die Aufklärung dauert zu lang, die Informationen sind dürftig. Es darf kein ,Weiter so‘ geben. Die Verbraucherschutzminister müssen eine außerordentliche Verbraucherschutzministerkonferenz einberufen, um wirksamere Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensmittelüberwachung und der Reaktion im Krisenfall zu beschließen“, fordert Klaus Müller, Vorstand des vbzv. 

Insbesondere fordern die Verbraucherzentralen:

  • Die Verantwortung für die Überwachung muss künftig auf Länderebene liegen. Im Krisenfall muss der Bund die Koordinierung und Verantwortung übernehmen. Die kommunale Lebensmittelüberwachung ist bei komplexen Lieferketten nicht mehr zeitgemäß.
  •  Die Behörden müssen Rückrufe sofort selbst durchführen können. 
  • Betriebe sollten im digitalen Zeitalter jederzeit belegen können, dass sie ihre Lieferkette nachvollziehen können. Lieferketten sollten zudem in einem zentralen, digitalen System auf jeder Stufe abgebildet werden. Die amtliche Überwachung muss jederzeit Zugriff auf dieses System haben.
  • Rückrufe und Information der Verbraucher müssen schneller und umfassender erfolgen.

„Die Verbraucherschutzminister sollten den Bericht des Bundesrechnungshofs, der schon im Jahr 2011 Mängel in der Lebensmittelüberwachung erfasste, in ihre Diskussion einbeziehen. Viele Kritikpunkte und Verbesserungsvorschläge sind unverändert richtig“, so Müller.

Die umfassenden Forderungen finden Sie im Downloadbereich.

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