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01.07.2010 > Pressemitteilung

Klarer Fahrplan in der Gesundheitspolitik

Verbraucherzentrale Bundesverband fordert verbindliche Aussagen und mehr Effizienz
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Ein schlüssiges, umsetzbares und verbindliches Konzept für die Zukunft des Gesundheitssystems fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband von der Bundesregierung (vzbv). "Die Verunsicherung der Verbraucher muss ein Ende haben", fordert Vorstand Gerd Billen. "Wir brauchen klare Aussagen, wie die Regierung mehr Effizienz ins System bringen will." Wirtschaftlichkeitsreserven bestünden im Arzneimittelvertrieb, bei den Krankenhäusern, der Ärztevergütung und beim Abbau von Über-, Unter- und Fehlversorgung in den Regionen. Laut Medienberichten wollen am Donnerstag die Experten der Koalition mit Gesundheitsminister Rösler über die Gesundheitsreform beraten.

Macht meine Krankenkasse Konkurs? Muss ich mich auf Zusatzbeiträge einstellen? Wird die Praxisgebühr erhöht? Werden die Leistungen gekürzt? Die Verunsicherung der Verbraucher ist groß. Hinzu kommt eine seit fast einem Jahr währende Grundsatzdebatte über die Einführung einer Kopfpauschale. "Das ist nicht die Frage, die die Verbraucher bewegt. Doch sie erwarten, dass die Mittel effizient eingesetzt werden, um nicht immer tiefer in die Tasche greifen zu müssen", erklärt Billen. Das von der Regierung kürzlich beschlossene Sparpaket zur Senkung der Arzneikosten sei ein Schritt in die richtige Richtung. Um das drohende Defizit der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) in den Griff zu bekommen und explodierende Zusatzbeiträge zu verhindern seien allerdings weitere Anstrengungen nötig.

In diesem Sinne fordert der vzbv unter anderem:

Überkapazitäten im Krankenhausbereich zu reduzieren und eine stärkere Arbeitsteilung und Spezialisierung zu ermöglichen. Hier sieht der vzbv insbesondere die Bundesländer in der Pflicht. Sollten sie ihrer Verantwortung nicht nachkommen, wäre die geteilte Finanzverantwortung für die Krankenhäuser aufzuheben. Heute tragen die Länder die Investitionskosten, die Krankenassen den Betrieb. Die Finanzierung aus einer Hand, nämlich durch die Krankenkassen, würde zu mehr Effizienz und Qualität in der stationären Versorgung beitragen.

mehr Investitionen in Integrierte Versorgung, Prävention und Gesundheitsförderung, um Leistungserbringer im Gesundheitswesen besser zu vernetzen und vor allem unnötige Krankenhauseinweisungen zu vermeiden.

dass sich die Ärztevergütung künftig an Qualität und regionalem Bedarf orientiert. Ziel ist es, das Missverhältnis von Über- und Unterversorgung (insbesondere in ländlichen Regionen) abzubauen.

im Arzneimittelvertrieb sollte der Apothekenabschlag nicht reduziert werden, bei den prozentualen Margen des Großhandels kann ebenfalls gespart werden. Das Rheinisch Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) hat hier ein Einsparpotential von rund 1,86 Milliarden Euro pro Jahr errechnet.