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09.11.2007 > Pressemitteilung

Investmentgesetz: Aus für Kostenvorausbelastung bei Investmentfonds

vzbv fordert aber noch mehr Transparenz und eine Entflechtung der Fondsgesellschaften
Quelle: 
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Gute Nachrichten für Fondssparer: Verbraucher sind in Zukunft vor Kostenvorausbelastungen geschützt. Das hat das Parlament gestern mit der Modernisierung des Investmentgesetzes beschlossen. "Mit dem Verzicht auf die Kostenvorausbelastung wird ein verbraucherfreundlicher Impuls für den Fondsmarkt gegeben", sagt Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

Bislang konnten Anleger ausländischer Investmentfonds durch eine Kostenvorausbelastung dazu verpflichtet werden, die Abschlusskosten für alle Sparleistungen bereits zu Vertragsbeginn auf einen Schlag zu zahlen. Nach dem neuen Gesetz ist diese Form der Kostenverrechnung nicht mehr möglich - weder für ausländische noch für nationale Gesellschaften. "Das Verbot bewahrt Verbraucher vor aggressiven Vertriebspraktiken und Kapitalverlusten", so Billen. Durch den Verzicht auf die Kostenvorausbelastung seien Fondssparpläne fortan flexible Anlageprodukte, bei denen Sparer jederzeit ohne Nachteile auf das Sparguthaben zugreifen können.

Um den Finanzplatz Deutschland zu stärken, greift das Gesetz zu kurz
Trotz des Erfolges - der Verzicht auf die Kostenvorausbelastung - kritisiert der vzbv, dass wichtige, ursprünglich vom Finanzministerium vorgeschlagene Maßnahmen zum Anlegerschutz im Gesetzestext gekippt wurden. "Das Gesetz greift zu kurz, um den Finanzplatz Deutschland zu stärken. Weitere Maßnahmen zum Anlegerschutz bei Fondsprodukten sind notwendig", resümiert Billen. Konkret fordert der vzbv:
  • Eine strikte Trennung von Depotbank und Anlagegesellschaft. Depotbank und Kapitalanlagegesellschaft dürfen auch nach der Novelle weiterhin zum selben Konzern gehören. Die Depotbank hat lediglich wenige Maßnahmen zu ergreifen, um Interessenkonflikte zu vermeiden.

  • Einen Vertreter einer allgemein anerkannten Anlegerschutzorganisation im Aufsichtsrat einer Investment-AG. Nach dem Gesetz ist künftig lediglich ein "unabhängiger Vertreter" in den Aufsichtsrat aufzunehmen. Besondere Anforderungen an die Kenntnisse und Erfahrungen oder an eine klare Vertretung der Interessen von Privatanlegern gibt es nicht.

  • Die verpflichtende Offenlegung von Transaktionskosten. Diese Kosten fallen an, wenn innerhalb eines Fonds Aktien ver- oder gekauft werden. Ohne die Offenlegung der Transaktionskosten ist der Kostenvergleich beim Kauf von Investmentfonds nahezu unmöglich. Notwendige Impulse für einen vernünftigen Preiswettbewerb und gegen überflüssige Kosten durch überhöhte Wertpapierkäufe und -verkäufe im Fonds bleiben aus.

Im Download finden Sie:
  • Stellungnahme des Verbraucherzentrale Bundesverband zum Gesetzentwurf zur Änderung des Investmentgesetzes und anderer Gesetze vom 11.06.2007
  • Hintergrund: Keyfacts zur Kostenvorausbelastung bei Investmentfonds

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