Skip to content Skip to navigation Logo Verbraucherzentrale Bundesverband

02.07.2013 > Pressemitteilung

Investmentfonds: Leistungsvergütung für Fondsmanager begrenzen

vzbv fordert strengere Regulierung
Quelle: 
pure-life-pictures - fotolia.com

Am morgigen Mittwoch wird das Europäische Parlament über die EU-Investmentfondsrichtlinie (UCITS-V-Richtlinie) entscheiden. Gegenstand der Abstimmung ist unter anderem, ob Erfolgsvergütungen für Manager von Investmentfonds begrenzt werden. „Erfolgsvergütungen für Fondsmanager setzen falsche Anreize und bedeuten oft Nachteile für Verbraucher. Sie sollten untersagt oder aber zumindest begrenzt werden“, sagt Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv).

Der Wirtschaftsausschuss im Europäischen Parlament (ECON) hatte sich im März dieses Jahres für eine strengere Regulierung der Vergütung von Fondsmanagern und Vergütungsstrukturen der Fondsmanagementgesellschaften ausgesprochen. Die erfolgsabhängige Vergütung („Performance Fee“) soll demzufolge nur dann ausnahmsweise erlaubt sein, wenn es eine Symmetrie zwischen Erfolg und Verlust gibt. Das heißt: Wird die Managervergütung bei einer positiven Entwicklung des Fonds erhöht, muss sie bei einer negativen Entwicklung reduziert werden.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) appelliert an das Europäische Parlament, dem Votum des ECON-Ausschusses zu folgen. Denn die bisherige Form der Erfolgsvergütung birgt die Gefahr, dass Fondsmanager erhöhte Risiken eingehen, um kurzfristig viel zu verdienen. Werden Gewinne erzielt, kassiert die Fondsgesellschaft. Verluste hingegen muss der Anleger allein tragen – für Fondsmanager haben sie keine finanziellen Nachteile.

Potenziert wird der Fehlanreiz dadurch, dass Erfolgsvergütungen für Zeiträume von einem Jahr oder kürzer erlaubt sind, egal, ob sich die Strategie schon kurze Zeit später als nachteilig herausstellt oder Verluste bringt. „Wer beim Erfolg kassieren, sich aber beim Misserfolg nicht beteiligen will, übernimmt keine Verantwortung für sein Handeln. Mit einer reinen Erfolgsbeteiligung ist der Fondsmanager immer auf der Sonnenseite. Das muss sich ändern“, so Billen.