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20.09.2007 > Pressemitteilung

Gesundes Essen an Schulen muss Pflicht werden

vzbv und Verbraucherzentralen fordern Zuschuss für bedürftige Schulkinder
Quelle: 
pure-life-pictures - fotolia.com

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und die Verbraucherzentralen haben die Bundesländer aufgefordert, eine gesunde Schulverpflegung verpflichtend im Schulgesetz zu verankern. "Es darf nicht dem Engagement des Schulleiters überlassen werden, ob die Schülerinnen und Schüler gesund ernährt werden", so vzbv-Ernährungsreferentin Angelika Michel-Drees heute in Berlin. vzbv und Verbraucherzentralen fordern die Umsetzung bundesweiter Qualitätsstandards sowie Zuschüsse für bedürftige Familien zur Teilnahme an der Schulverpflegung.

Im Rahmen des Symposiums "Schlauer essen. Besser lernen" werden heute die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) erarbeiteten, bundesweiten Qualitätsstandards für eine optimale Schulverpflegung vorgestellt.

1,9 Millionen Kinder und Jugendliche im Alter von 3-17 Jahren in Deutschland sind übergewichtig, jeder Fünfte der 11 bis 17-Jährigen zeigt Auffälligkeiten im Essverhalten. Eine richtige Verpflegung und Ernährungsbildung in Schulen kann helfen, der Fehlernährung von Kindern und Jugendlichen entgegenzusteuern. Besonders der Trend zur Ganztagsschule bietet hier eine große Chance. "Der Ausbau der Ganztagsbetreuung muss Hand in Hand gehen mit einer gesunden Verpflegung der Kinder und Jugendlichen", fordert Michel-Drees. In allen Schulformen müssten Theorie im Unterricht und Praxis am Esstisch ineinandergreifen. Gerade das Schulalter sei wichtig für die Ausprägung von gesunden Lebensstilen.

In einem an alle Entscheidungsträger auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene gerichteten Positionspapier fordern vzbv und Verbraucherzentralen:
  1. Die bundesweite Umsetzung der Qualitätsstandards der DGE für eine optimale Schulverpflegung. Diese muss vom Bund durch Fördermaßnahmen unterstützt und forciert werden.
  2. Die Länder müssen in ihren Schulgesetzen die Verpflichtung der Schulträger für eine gesundheitsförderliche Ernährung verankern.
  3. Den Aufbau einer Plattform für Schulverpflegung der Länder und Kommunen.
  4. Die Verankerung der Ernährungs- und Verbraucherbildung in den Lehrplänen aller Schulstufen.
  5. Die Festlegung bundesweiter Standards für Werbung und Sponsoring in Schulen. Klare Grenzen muss es vor allem für die Bewerbung problematischer Lebensmittel geben.
  6. Bedürftige Familien müssen eine finanzielle Unterstützung erhalten. Unabhängig von der finanziellen Situation der Eltern muss jedes Kind die Möglichkeit haben, an der Schulverpflegung teilzunehmen.

Gute Beispiele können Schule machen. Dabei bietet auch der Blick über die Landesgrenzen Anregungen zur Nachahmung:
  • In Schottland, Großbritannien und Frankreich sind verbindliche Standards zur Schulverpflegung vorgeschrieben, die zur Einhaltung von Nährwertempfehlungen verpflichten.
  • In Schweden und Finnland steht für alle Kinder das Essen kostenlos zur Verfügung. In diesen beiden Ländern und in Frankreich ist der Verkauf von Limonaden und Softdrinks an Schulen untersagt.
  • In Portugal steht jeder Schule eine Gesundheitsassistentin zur Seite, die die Schulen bei den Mahlzeiten berät und das Kiosk- und Automatenangebot kritisch überprüft.

Hintergrundmaterialien im Download:
  • Positions- und Forderungspapier der Verbraucherzentralen und des vzbv zur Schulverpflegung: "Essen und Trinken in Schulen"
  • Dossier zur Situation der Schulverpflegung in Deutschland "Tafel-Freuden? Das Essen an deutschen Schulen" (Januar 2007, 48 Seiten)
  • Faltblatt "Vitamintabletten gehören nicht in die Schultüte - Tipps zum richtigen Essen und Trinken für Schulanfänger"
  • Broschüre "Qualitätsstandards für die Schulverpflegung" der DGE

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