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07.11.2007 > Pressemitteilung

Gentechnik und Lebensmittel: Verbraucher wollen die Wahl haben

Der Einsatz von gentechnikfreiem Futter soll künftig belohnt werden
Quelle: 
pure-life-pictures - fotolia.com

Anlässlich der morgigen Debatte im Deutschen Bundestag über das Gentechnikgesetz begrüßt der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) das Vorhaben der Bundesregierung, die Kennzeichnung von gentechnikfreien Lebensmitteln zu verbessern. "Wir wollen erreichen, dass Verbraucher künftig die Wahl haben, Erzeugnisse von Tieren kaufen zu können, die sich von gentechnikfreiem Futter ernährt haben", erklärte Gerd Billen, Vorstand des vzbv. Dafür bedürfe es einer neuen Kennzeichnung für Lebensmittel: "vom gentechnikfrei gefütterten Tier". "Wir befürworten eine gesetzliche Regelung, die zu mehr Wahlfreiheit der Verbraucher beiträgt", sagte Billen.

Bei der Gentechnikkennzeichnung für Lebensmittel greifen europäische und nationale Regelungen ineinander. Die EU regelt in einer Verordnung (Nr. 1829/2003), unter welchen Voraussetzungen ein Lebensmittel als gentechnisch verändert gekennzeichnet werden muss. Auf nationaler Ebene hingegen wurden strenge Bedingungen dafür festgeschrieben, ein Lebensmittel als "ohne Gentechnik" zu kennzeichnen. "Diese Regelung soll unverändert bestehen bleiben", sagte Billen. Sie habe aber in der Vergangenheit dazu geführt, dass eine Kennzeichnung von Futtermitteln als "gentechnikfrei" nahezu unmöglich war. Im Zuge der Diskussion um das Gentechnikgesetz will die Koalition nun auch die Kennzeichnung von gentechnikfreien Lebensmitteln durch eine Novellierung der Neuartigen Lebensmittel- und Lebensmittelzutaten-Verordnung (NLV) regeln.

Der vzbv fordert eine Regelung, die honoriert, dass auf den Einsatz von Gentechnik beim Tierfutter verzichtet wurde. Dazu sei ein Kennzeichen "vom gentechnikfrei gefütterten Tier" einzuführen, wenn
  • das Lebensmittel liefernde Tier selbst nicht gentechnisch verändert ist und
  • sichergestellt wird, dass das Futter, mit dem die Tiere gefüttert wurden, nicht nach der EU-Verordnung kennzeichnungspflichtig ist.

"Wir erwarten von einer solchen Regelung, dass Verbraucher ihre Nachfrage nach Lebensmitteln von Tieren, die mit gentechnikfreiem Futter gefüttert wurden, besser durchsetzen können", erklärte Billen. Derzeit sei zu beobachten, dass gentechnisch verändertes Futter auf dem Vormarsch sei. Es müsse daher kenntlich gemacht werden, dass tierische Grundnahrungsmittel wie Milch, Butter, Käse oder Fleisch ohne den Einsatz gentechnisch veränderter Futtermittel erzeugt worden seien. Tierhalter erhielten mit einer praktikablen Kennzeichnung Anreize, gentechnikfreies Futter einzusetzen und Futtermittelerzeuger würden veranlasst, solche Futtermittel auch anzubieten. "Handel und Industrie sind nun gefordert, dafür zu sorgen, dass es ein breites Angebot an tierischen Lebensmitteln gibt, die von gentechnikfrei gefütterten Tieren stammen. Erforderlich ist das vor allem bei Importprodukten", erklärte Billen.

Im Download finden Sie das Hintergrundpapier "Eckpunkte zur Novellierung der Neuartige Lebensmittel- und Lebensmittelzutaten-Verordnung (NLV)" und die EU-Verordnung vom 22. September 2003 über genetisch veränderte Lebensmittel und Futtermittel

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