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02.11.2011 > Pressemitteilung

G20 muss Verbraucherschutz im Finanzmarkt stärken

vzbv und Consumers International fordern konkrete Schritte innerhalb eines klaren Zeitrahmens
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Konkrete Schritte für eine Stärkung des Verbraucherschutzes in den Finanzaufsichten und in der Finanzmarktregulierung fordern der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und Consumers International (CI) im Vorfeld des G20-Gipfels. Die Staats- und Regierungschefs befassen sich ab Donnerstag unter anderem mit Vorschlägen der OECD und des Financial Stability Boards (FSB) zum globalen Verbraucherschutz bei Finanzdienstleistungen. "Vor zwei Jahren hat die G20 eine umfassende Regulierung des Finanzmarktes angekündigt. Dem müssen nun endlich Taten folgen", erklärt vzbv-Finanzexperte Manfred Westphal.

Der vzbv und CI fordern, ins Abschlusskommuniqué des Gipfels konkrete Umsetzungsschritte aufzunehmen, um innerhalb eines definierten Zeitraumes Fortschritte beim Verbraucherschutz auf den Finanzmärkten zu erzielen. Dabei sollten die G20-Staaten den Empfehlungen des FSB folgen. Dem Gremium gehören neben den Mitgliedern der G20 unter anderem Vertreter der EU, des IWF und der Weltbank an. Es hat das Mandat, Vorschläge zur Finanzmarktregulierung zu erarbeiten. vzbv und CI halten insbesondere folgende Empfehlungen des FSB für zentral:

  • Eine internationale Organisation von Finanzaufsehern soll dafür zuständig sein, die Maßnahmen zum Verbraucherschutz bei Finanzdienstleistungen zu koordinieren. Ziel ist unter anderem eine Stärkung der Verbraucherperspektive in den nationalen und globalen Aufsichtsbehörden. Dieser Prozess sollte nach Meinung von vzbv und CI in enger Abstimmung mit Verbraucherorganisationen erfolgen.
  • Es sollen Best Practice-Modelle zum Verbraucherschutz im Finanzmarkt identifiziert und entwickelt werden, die die Finanzaufsichten und die Gesetzgebung in die Lage versetzen, konkrete Maßnahmen auszuarbeiten und umzusetzen.
  • Schwächen im System sollen durch eine Stärkung von Kontrollinstrumenten identifiziert und überwunden werden, insbesondere bezüglich Produkteigenschaften, Anreizsystemen (Provisionen) und unseriösem Anbieterverhalten.

Die Empfehlungen des FSB und der OECD plädieren auch für eine verbraucherorientierte Reform der Finanzaufsichten. Der vzbv fordert die Bundesregierung auf, endlich auch in Deutschland den Schutz kollektiver Verbraucherinteressen als Auftrag der Finanzaufsicht gesetzlich zu verankern.

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