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25.11.2011 > Pressemitteilung

Finanzmarkt zähmen, Schuldenkrise bewältigen

Der vzbv und seine Mitglieder fordern eine Abgabe auf Finanzgeschäfte und ein neues Aufsichtsregime
Quelle: 
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Zur Eindämmung der Finanz- und Schuldenkrise fordern der vzbv und seine Mitgliedsorganisationen die Einführung einer Finanztransaktionssteuer, ein neues Regime für Rating-Agenturen und eine höhere Eigenkapitalhinterlegung für Großbanken. Dies sind Eckpunkte aus der Resolution „Finanzmarkt zähmen, Schuldenkrise bewältigen“, die der vzbv in dieser Woche mit seinen Mitgliedern beraten und verabschiedet hat. „Die Politik muss das Primat des Handelns jetzt vehement an sich ziehen“, fordert vzbv-Vorstand Gerd Billen. Dazu gehöre die Bereitschaft, die Macht und Eigendynamik des Finanzmarktes zu zähmen.

International fordern der vzbv und seine Mitglieder eine rasche Umsetzung der Beschlüsse des G20-Gipfels in Cannes für mehr globalen Verbraucherschutz auf den Finanzmärkten. „Mehr Verbraucherschutz, mehr Stabilität“, lautet die Schlussfolgerung des vzbv. Der außer Kontrolle geratene Finanzmarkt müsse wieder gebändigt werden. Ein dazu geeignetes Instrument ist nach Ansicht der Verbände die Einführung einer Steuer auf Finanzgeschäfte. „Dadurch würden endlich auch diejenigen finanziell beteiligt, die die Krise maßgeblich mit verursacht haben“, sagt Billen.

Eine Idee, wie man eine Abgabe auch gegen den Widerstand einiger Nationen zügig umsetzen könne, präsentierte der ehemalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück im Rahmen der vzbv-Mitgliederversammlung. Man müsse nicht auf eine Einigung im Kreis der G20 oder der EU27 warten, sondern könne auch mit einigen Staaten in der Europäischen Währungsunion voranschreiten, sagte Steinbrück im Kreis der vzbv-Mitglieder.

Vorrangiges nationales Ziel ist aus Sicht des vzbv und seiner 42 Mitgliedsorganisationen die Abkehr von einem auf Provisionen getrimmten Vertrieb von Finanzdienstleistungen. Darüber hinaus fordern der vzbv und seine Mitglieder ein neues duales System der Finanzaufsicht, bestehend aus einer verbraucherorientierter Finanzaufsicht einerseits und einer begleitenden Marktwächterfunktion der Verbraucherverbände.

Beide Elemente müssten über ein formelles Beschwerderecht der Verbände verzahnt werden, um eine Befassung der Finanzaufsicht bei Missständen zu erwirken. „Die Sensoren für Fehlentwicklungen müssen geschärft werden, Missstände unmittelbar behoben werden“, fasst Billen die Ziele zusammen.

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