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10.11.2014 > Pressemitteilung

Finanzberatung: Klarheit durch standardisierte Beratungsprotokolle

vzbv legt Entwurf für standardisierte Beratungsprotokolle vor
Quelle: 
Jeanette Dietl - Fotolia.com

Seit 2010 gilt die Protokollierungspflicht von Wertpapierberatungen. Doch statt Verbrauchern eine Haftungsgrundlage im Falle einer Falschberatung an die Hand zu geben, gestalten sich die Protokolle in der Praxis wenig aussagekräftig. Der Koalitionsvertrag hat hierauf reagiert. Die Protokolle sollen vereinfacht und verbessert werden. Anlässlich eines Symposiums des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) am 11. November 2014 in Berlin legt der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) einen Entwurf für standardisierte Beratungsprotokolle vor.

Auch wenn die Beratungsprotokolle keine Idee des Verbraucherschutzes waren, erhofft sich der vzbv durch eine Standardisierung die aktuellen Schwächen in den Griff zu bekommen. „Das ist nötig, um zu garantieren, dass alle wichtigen Aspekte der Beratung tatsächlich besprochen und protokolliert werden. Zudem werden die Protokolle durch einen institutsübergreifenden Standard verständlicher. Wir erhoffen uns einen positiven Einfluss auf die Qualität der Anlageberatung“, so Klaus Müller, Vorstand des vzbv. „Sollte auch eine Standardisierung nicht greifen, so wird kein Weg an einer Beweislastumkehr vorbei führen.“

Defizite bei der Beratungsdokumentation

Fehlende Vorgaben führen heute dazu, dass Beratungsprotokolle nicht den vom Gesetzgeber verfolgten Zweck erfüllen. Weder bilden sie den Beratungsverlauf nachvollziehbar ab, noch unterstützen sie die Qualität der Anlageberatung. Zu diesem Ergebnis kamen mehrere Untersuchungen des vzbv – ebenso wie eine am 25. Juni 2014 veröffentlichte und vom BMJV beauftragte Studie.

 

Der vzbv unterstützt deshalb die Initiative des BMJV, fordert aber umfassendere Maßnahmen. „Protokolle allein sind kein Garant für eine gute Anlageberatung. Um die Qualität der Anlageberatung auf eine solide Basis zu stellen, müssen Beratung und Verkauf perspektivisch getrennt werden“, so Müller.

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