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09.05.2014 > Pressemitteilung

EU-Verbraucherpolitik kommt bei Bürgern nicht an

Umfrage: Jeder Dritte spürt kaum Einfluss der EU-Politik auf den Verbraucheralltag
Quelle: 
pure-life-pictures - fotolia.com

Am 25. Mai wählen die Europäerinnen und Europäer ein neues EU-Parlament – und entscheiden über die künftige Verbraucherpolitik mit. Heute gehen ganze 80 Prozent der Verbrauchergesetze in Deutschland auf Initiative der EU zurück. Dennoch spürt mehr als jeder dritte Verbraucher (37 Prozent) keine besonderen Auswirkungen der europäischen Verbraucherpolitik auf das eigene Leben. Das zeigt eine aktuelle Umfrage von Infratest Dimap im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv).

Rund ein Viertel der Befragten (27 Prozent) meint zwar, dass sich die EU-Verbraucherpolitik positiv auf den persönlichen Alltag auswirke. Fast ebenso viele (25 Prozent) sind allerdings gegenteiliger Meinung und attestieren ihr einen negativen Effekt. Damit stehen die meisten deutschen Verbraucher der EU-Politik unentschieden bis kritisch gegenüber.

„Die EU ist in der Vergangenheit häufig Motor in Sachen Verbraucherschutz gewesen. Damit hat die EU mehr Einfluss auf das persönliche Leben, als den meisten Verbraucherinnen und Verbrauchern bewusst ist“, sagt Helga Springeneer, Leiterin der Geschäftsbereichs Verbraucherpolitik im vzbv. Der Weg von einer EU-Verordnung oder Richtlinie bis zur nationalen Regelung sei für Bürger oft nur schwer nachzuvollziehen. Die mögliche Folge: Die Europäische Union werde gar nicht als Urheberin einer neuen Regelung wahrgenommen. Zu einer negativen Wahrnehmung habe aus Sicht des vzbv auch beigetragen, dass die Interessen der Verbraucher im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise häufig zu kurz gekommen seien.

Um mehr Bewusstsein für den europaweiten Verbraucherschutz zu schaffen, fordert der vzbv mehr Nähe zu Verbrauchern. So solle die EU-Kommission ihre Versprechungen aus dem Verbraucherprogramm 2014-2020 einhalten und Verbraucherinteressen stärker mitdenken. Außerdem müssen die Europa-Abgeordneten ihre Politik transparenter machen und öffentlich zum Diskurs zu stellen. Springeneer: „Die EU-Abgeordneten müssen alle Möglichkeiten ausschöpfen, die positiven Folgen ihrer Politik für den Verbraucheralltag sichtbar zu machen.“

Informationen zur EU-Verbraucherpolitik

Welche Themen in der kommenden Legislaturperiode angepackt werden müssen, hat der vzbv in seinen Leitlinien für eine verbraucherfreundliche Europapolitik zusammengefasst. Einen Überblick darüber, was die EU bereits für Verbraucher regelt, gibt die neue Broschüre der Verbraucherzentralen „Was passiert in Europa?“.

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