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25.11.2014 > Pressemitteilung

EU-Datenschutzverordnung: Weichen stellen für mehr Datenschutz

Beispiel für die transparenz von Daten, die im Internet hinterlassen werden
Datenschutz-Kampagne des vzbv
Quelle: 
vzbv

Die bestehende europäische Verordnung zum Schutz persönlicher Daten aus dem Jahr 1994 wird den Anforderungen an den Datenschutz in der digitalisierten Gesellschaft nicht mehr gerecht. Nachdem sich das EU-Parlament bereits im März 2014 auf eine Position zur Datenschutzverordnung verständigt hat, steht nun die abschließende Positionierung des Europäischen Rats aus, bevor die Trilog-Verhandlungen beginnen. Eine derzeit unter dem Schlagwort „risikobasierter Ansatz“ diskutierte Kernfrage dieser Debatte lautet, welche persönlichen Daten überhaupt schutzbedürftig sind. Aus Sicht des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) geht diese Frage in eine falsche Richtung.

Es gibt keine belanglosen Daten

Unternehmen sammeln, analysieren und verknüpfen hunderte persönliche Daten, die sich zu einem sehr privaten Bild einer Person kombinieren lassen. Dies kann zu schweren sozialen und wirtschaftlichen Nachteilen für Verbraucherinnen und Verbraucher führen. Die Folgen sind bereits jetzt unerwünschte Werbung oder eine eingeschränkte Kreditfähigkeit. Der Verlust des Arbeitsplatzes oder Nachteile beim Abschluss einer Versicherung wären denkbar.

Jeder sollte aber das Recht haben, seine Persönlichkeit frei zu gestalten. Dazu gehört auch, Dinge zu tun, die von den sozialen Normen abweichen, ohne dass diese Informationen gespeichert, verarbeitet, veröffentlicht oder kommerziell genutzt werden.
Konkrete Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Daten müssen angemessen sein. So müssen zum Beispiel die Gesundheitsdaten einer Person  besonders geschützt werden. Das darf aber nicht dazu führen, dass vermeintlich belanglose persönliche Daten, wie Fotos, Adressbücher, Suchergebnisse, Informationen über Einkäufe schwächeren rechtlichen Regelungen unterliegen.

Umfrage: Daten sind grundsätzlich schützenswert

Die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage, die TNS Emnid im Auftrag des vzbv im Oktober 2014 durchgeführt hat, zeigen: Verbraucher in Deutschland treffen – über alle Bevölkerungsgruppen hinweg – vom Grundsatz her keine wesentliche Unterscheidung zwischen schützenswerten und vermeintlich belanglosen Daten.

Als grundsätzlich schützenswert betrachteten 77 Prozent der Befragten beispielsweise ihr Geburtsdatum. Auch Fotos auf denen die Befragten selbst abgebildet sind (78 Prozent) und Videos, auf denen ihre Familie beziehungsweise ihre Freunde zu sehen sind (82 Prozent) schätzen die Verbraucher nicht als belanglos ein. Sehr sensibel sind sogar 87 Prozent der Nutzer, sobald es um Daten zu ihrem Nutzungsverhalten im Internet geht. Bei allen abgefragten Daten gaben mindestens drei Viertel der Befragte an, dass diese Daten sehr oder eher schützenswert seien.

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